2111 Kandidierende rangeln im März um 160 Grossratssitze

Über zweitausend Frauen und Männer wollen bei den Wahlen am 25. März einen der 160 Sitze im Berner Kantonsparlament ergattern. Sie treten auf insgesamt 146 Listen an.

Mehr als zweitausend Frauen und Männer wollen am 25. März einen Sitz im bernischen Grossen Rat ergattern.

Mehr als zweitausend Frauen und Männer wollen am 25. März einen Sitz im bernischen Grossen Rat ergattern.

(Bild: Beat Mathys)

Von den bisherigen Grossrätinnen und Grossräten streben 135 eine Wiederwahl an. Zu jenen, die nicht mehr antreten gehört unter anderem der national bekannte SVP-Grossrat und alt Nationalrat Thomas Fuchs. Er muss wegen interner Amtszeitbeschränkung auf eine Kandidatur verzichten.

Ganz ohne Wehmut tut er dies nicht, wie er dieser Zeitung vor ein paar Tagen sagte. «Die Wähler sollten entscheiden, wann jemand nicht mehr in der Politik tätig sein darf» findet Fuchs. Eine Amtszeitbeschränkung sei keine gute Lösung. Groll gegenüber seiner Partei hege er aber keinen.

Fuchs will aber auch in Zukunft politisch aktiv bleiben und seine diversen Mandate in politischen Vereinigungen behalten. Fuchs' langjähriger Politgefährte, Nationalrat und Berner Stadtrat Erich Hess, will indessen zu den Grossratswahlen antreten.

Am anderen Ende des politischen Spektrums steht indessen ein Comeback bevor: die ehemalige Grüne Nationalrätin Aline Trede tritt zu den Grossratswahlen an. Trede kann sich allerdings auch Hoffnungen machen, in den Nationalrat nachzurutschen. Nämlich dann, wenn die Grüne Berner Oberländer Nationalrätin Christine Häsler im März in die Berner Kantonsregierung gewählt würde.

Nach Ablauf der Anmeldefrist am Montag haben sich insgesamt etwas mehr Kandidierende angemeldet als vor vier Jahren, wie die Staatskanzlei mitteilte. Vor vier Jahren kamen auf einen Sitz fast zwölf Kandidierende, dieses Mal sind es gut 13. Mit 729 Kandidatinnen liegt der Frauenanteil bei 34,5 Prozent und leicht höher als bei den letzten Gesamterneuerungswahlen mit 33,3 Prozent.

Eine eher flaue Angelegenheit

Insgesamt versprechen die Wahlen Ende März kaum Hochspannung. Das Berner Kantonsparlament, der bernische Grosse Rat, ist seit Menschengedenken in bürgerlicher Hand und daran dürfte sich auch im Frühling nichts ändern. Und auch bei den Regierungsratswahlen gehen die Parteien nicht sonderlich hart zur Sache.

Rot-Grün verzichtet auf den direkten Angriff eines frei werdenden bürgerlichen Sitzes. Stattdessen versucht man im linken Lager den garantierten Sitz des Berner Juras zurückzuergattern und greift den in rotgrünen Kreisen höchst unpopulären SVP-Gesundheits- und Fürsorgedirektor Pierre-Alain Schnegg an.

Gelänge dieser Coup, käme es erneut zu einem Machtwechsel in der Berner Regierung. Doch Schnegg weiss eine solide bürgerliche Hausmacht hinter sich.

Das bürgerliche Lager gibt sich seinerseits bescheiden und überlässt den Rot-Grünen ihre Sitze. Demnach dürfte es bei den Regierungsratswahlen wahrscheinlich auf eine Bestätigung der bürgerlichen Mehrheit herauslaufen, nach der Formel vier bürgerlich und drei rot-grüne Regierungsratsmitglieder.

Von den aktuellen Regierungsratsmitglieder treten Beatrice Simon (BDP), Christoph Neuhaus (SVP), Pierre-Alain Schnegg (SVP) und Christoph Ammann (SP) zur Wiederwahl an. Barbara Egger (SP), Bernhard Pulver (Grüne) und Hans-Jürg Käser (FDP) treten nicht mehr an.

Als Kronfavoriten für deren Nachfolge gelten SP-Nationalrätin Evi Allemann, die Grüne Nationalrätin Christine Häsler und FDP-Grossrat Philippe Müller. Konkurrenz machen wollen ihnen unter anderem Mitteparteien wie die GLP oder die EVP, die ebenfalls mit eigenen Kandidaten antreten. Die Meldefrist für die Regierungsratswahlen läuft aktuell noch.

Am 25. März wird ausserdem der Bernjurassische Rat neu bestellt. Insgesamt bewerben sich 136 Kandidierende um einen der 24 Sitze.

Hier gelangen Sie zur Übersicht aller Kandidierenden.

chh/sda

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