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15'000 Unterschriften «für fairen Wettbewerb»

Der Gewerkschaftsbund Kanton Bern lanciert eine Initiative, die sich gegen Subunternehmerketten bei öffentlichen Beschaffungen richtet.

Sanktionen gegen Subunternehmerketten seien schwierig, sagt Corrado Pardini, Präsident des Gewerkschaftsbundes Kanton Bern (Archivbild/Keystone).
Sanktionen gegen Subunternehmerketten seien schwierig, sagt Corrado Pardini, Präsident des Gewerkschaftsbundes Kanton Bern (Archivbild/Keystone).

Im Kanton Bern kommt die Initiative gegen Subunternehmerketten aller Voraussicht nach vors Volk. Gewerkschaften und weitere Organisationen haben am Dienstag 15'905 beglaubigte Unterschriften eingereicht, wie sie mitteilten. Nötig sind 15'000 Unterschriften.

Die «Volksinitiative für fairen Wettbewerb» verlangt ein Verbot von Subunternehmerketten bei öffentlichen Aufträgen. Unternehmen dürfen nur in begründeten Ausnahmefällen einen Auftrag weitergeben.

Die Initianten wollen so verhindern, dass öffentliche Aufträge zu «Spekulationsobjekten von windigen Unternehmern» werden. Ausserdem müssten für alle öffentlichen Aufträge die GAV-Standards der jeweiligen Branchen gelten.

Dem Initiativkomitee gehören nebst Gewerkschaften und Parteien auch Unternehmer aus dem Schreinerei-, Maler- und Plattenlegergewerbe an. Aus ihrer Sicht hebeln Subunternehmerketten den Wettbewerb aus und führen zu Lohndumping.

«Sanktionen schwierig»

Die Arbeitsmarkt-Kontrollbehörde spüre immer wieder Subunternehmerketten auf, erklärte SP-Nationalrat Corrado Pardini, Präsident des Gewerkschaftsbundes Kanton Bern (GKB). Sanktionen seien aber schwierig. «Weit einfacher ist es, diese Ketten zu brechen.»

Der Grünen-Grossrat und Schreinermeister Thomas Gerber kritisierte, Arbeit sei zum Objekt der Spekulation geworden. Grosse Firmen würden oft Aufträge nicht akquirieren, um ihre Mitarbeiter zu beschäftigen, sondern um den Auftrag weiterzuverkaufen.

Am Ende würden die Arbeiten von Firmen aus Tieflohnländern ausgeführt. Die Arbeiter würden in menschenunwürdigen Unterkünften untergebracht. «Man kann von moderner Sklaverei sprechen.»

SDA/mb

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