Zum Hauptinhalt springen

Kaffee, Wein, kleine Speisen – und grosser Widerstand

LangnauIm altehrwürdigen Engelhaus soll ein neu-

«Cantina Colori»: Hinter diesem Name steht der Keller des bald 200-jährigen Engelhauses an der Langnauer Dorfstrasse 20. Vor drei Jahren wurde er umgebaut, erhielt eine moderne Küche und eine WC-Anlage. Seither kann er für allerlei Anlässe benutzt werden. Für Familienfeste und Seminare ebenso wie für Konzerte und Ausstellungen. Nun möchte Tobias Adam den Galeriekeller dauerhaft mieten und darin einen Gastgewerbebetrieb einrichten. Dem jungen Mann schwebt ein «ruhiges, stilvolles und ästhetisches Lokal» vor, in dem man sich zum Kaffee oder einem guten Glas Wein treffen könne. Zudem sollen kleine hausgemachte oder regionale Speisen angeboten werden. Im Innern stehen 50 Sitzplätze zur Verfügung, in wärmeren Monaten können die Gäste auch draussen im Garten Platz nehmen. Er sei überzeugt, etwas Schönes bieten zu können, sagt Adam, «etwas, das es in Langnau in dieser Form noch nicht gibt». Eher älteres Publikum Die Idee stösst allerdings auf Widerstand. «Für uns wäre es ein grosser Nachteil», sagt Ulrich Daxelhofer im Namen von verschiedenen Anwohnerinnen und Anwohnern des Engelhauses. Sie argumentieren, dass für ein solches Lokal in der Umgebung zu wenige Parkplätze vorhanden seien – respektive dass Adam für den Betrieb Parkplätze benutzen wolle, über die er gar nicht verfügen könne. Vor allem aber fürchten sich die Nachbarn vor dem Lärm, vor zugeschlagenen Autotüren zum Beispiel oder Leuten, die zu später Stunde draussen rauchen und angeregt diskutieren. «Viele Leute in der Dorfmühle und anderen Nachbarhäusern haben ihre Schlafzimmer in Richtung Engelhaus eingerichtet», sagt Daxelhofer. «Da liegt es auf der Hand, dass man skeptisch ist, nicht wahr?» Tobias Adam, der bis Ende Oktober als Geschäftsführer im unweit gelegenen Il Caffè arbeitete, ist spürbar bemüht, kein weiteres Öl ins Feuer zu giessen. Er habe Verständnis für die Befürchtungen der Anwohnerinnen und Anwohner, sagt er, «und gewiss wollen wir niemanden in seiner Lebensqualität einschränken». Deshalb plane man im Lokal weder Konzerte noch andere laute Anlässe. Zudem spreche das Konzept nicht primär die Jüngsten, sondern Leute ab 25, 30 Jahren an. Viele von ihnen kämen hier, mitten im Dorf, wohl zu Fuss, für die anderen stünden in der Umgebung verschiedene Parkplätze bereit. Und um die Gefahr von lauten, nächtlich-rauchenden Gästen zu eliminieren, sei er allenfalls sogar bereit, den Betrieb jeweils früher als um 0.30 Uhr zu schliessen. «Wir lassen auf jeden Fall mit uns reden.» Monatelange Verzögerung? Auf der Anwohnerseite tönt es derweil kämpferisch. «Wir haben einen Juristen eingeschaltet», so Ulrich Daxelhofer. Gemeinsam arbeite man eine Sammeleinsprache gegen das Gesuch von Tobias Adam aus. «Eine stattliche Anzahl» Nachbarn würde diese unterschreiben, berichtet er, und weitere Leute überlegten sich Einzeleinsprachen. «Auf jeden Fall wird am Schluss einiges zusammenkommen», sagt Daxelhofer – und kündigt schon heute an: «Wir sind gewillt, nötigenfalls die Rechtsmittel auszuschöpfen.»Markus Zahno>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch