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Joder kritisiert SVP Schweiz

StänderatWer ist schuld an der Abwahl von Adrian Amstutz? Der Berner SVP-Präsident Rudolf Joder macht die nationale Kampagne gegen Masseneinwanderung mitverantwortlich.

Das Volk hat entschieden – doch was wollte es damit sagen? Einerseits machte es den SVP-Hardliner Adrian Amstutz im Oktober zum bestgewählten Berner Nationalrat, andererseits wählte es ihn am Wochenende deutlich aus dem Ständerat ab. Die Analyse scheint so einfach wie klar: Politiker mit Ecken und Kanten gewinnen Proporzwahlen, haben aber Mühe in Majorzwahlen. Dort geht es darum, über die Parteigrenzen hinaus Mehrheiten zu finden. Trotzdem hält der Berner SVP-Präsident Rudolf Joder auch im Nachhinein Amstutz für den richtigen Kandidaten: «Das beweist sein Spitzenresultat im ersten Wahlgang», sagt Joder im Interview. Im zweiten Wahlgang sei die SVP isoliert gewesen und habe darum kaum eine Chance gehabt. Die BDP wiederum habe gewonnen, weil sie sich inhaltlich kaum festgelegt habe. Joder gibt aber auch eigene Fehler und Versäumnisse zu: So sei das Zugehen von Amstutz auf die BDP nach dem ersten Wahlgang zu spät gekommen. Der Berner SVP-Präsident kritisiert jedoch vor allem den Wahlkampf der SVP Schweiz: Man hätte den «thematischen Fächer» öffnen sollen, ist Joder überzeugt. So habe die EU-skeptische Partei es verpasst, aus der Eurokrise politisches Kapital zu schlagen. Mit der Reduktion des Wahlkampfs auf das Thema Ausländer habe die SVP in den Städten und Agglomerationen zu wenig punkten können. «Nicht optimal» sei in diesem Zusammenhang auch die massive Plakatkampagne gegen die Masseneinwanderung gewesen. Joder fordert deshalb für die Zukunft mehr Autonomie für die Kantonalparteien: «Eine national einheitliche Kampagne ist falsch.» Ebenfalls klar gescheitert ist für Joder der «Sturm aufs Stöckli». Er will nicht ausschliessen, dass sich dieser Flop für die SVP bei den Bundesratswahlen vom 14.Dezember rächen wird: «In der Wahrnehmung des Parlaments stehen wir auf der Verliererseite.» Eine Prognose wagt Rudolf Joder noch nicht: Dazu sei es zu früh.azuSeite 12+13>

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