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Jetzt starten die Bauarbeiten

Das Hochwasserprojekt am Guntenbach startet in die Bauphase: Am Montag

Nach sechs Jahren Planungsphase geht es endlich los: Das Hochwasserschutzprojekt in Gunten beim Riedli wird baulich in Angriff genommen. Gestern erfolgte der Spatenstich mit Beteiligten der Gemeinde, des Kantons, der Baufirma und des Planungsbüros. «Das Ziel ist, für die Bewohner eine möglichst hohe Sicherheit zu schaffen», sagte Martin Sommer, Gemeinderatspräsident von Sigriswil. «Das Riedli soll nach dem Bau pflanzlich umgestaltet und attraktiv gemacht werden, damit hier wieder Kinder spielen und Touristen bräteln können», versprach er. Hohes Risiko Notwendig wird das Projekt, weil im Dorf mehrere Gebäude, darunter ein Schulhaus, ein Restaurant und eine Arztpraxis, laut Gefahrenkarte gefährdet sind – sie stehen in der roten Zone. «Laut Risikoanalyse beträgt der Schaden bei Hochwasserereignissen, die alle 30 Jahre wiederkehren, rund 1,5 Millionen Franken», informierte Thomas Zwahlen, Gemeinderat von Sigriswil und Vorsteher der Bau- und Umweltkommission. «Bei Ereignissen, die alle 300 Jahre auftreten, beträgt die Schadensumme sogar 14 Millionen Franken – und es muss mit Toten gerechnet werden.» Neun Meter Hohe Sperre Das Problem ist weniger das Hochwasser als das Geschiebe, das laut Berechnungen bei einem Unwetter bis zu 35000 Kubikmeter Material betragen kann. Die Gemeinde Sigriswil hat deshalb ein Projekt ausarbeiten lassen, um den Guntenbach zu bändigen. «In der sechs Jahre dauernden Planungs- und Genehmigungsphase waren bisher 14 Amtsstellen und 80 Personen beteiligt», orientierte Projektleiter Lorenz Saurer . In einer ersten Etappe wird laut Saurer eine neue, rund neun Meter hohe Geschiebesperre errichtet, nicht unweit von der alten aus dem Jahr 1938. Sie wird über einen automatischen Mechanismus zur Entsorgung verfügen und ein grösseres Auffangbecken haben. Zudem soll am Standort der alten Geschiebesperre ein Auffangnetz das Schwemmholz aufhalten. Um mit den Baumaschinen an die Baustelle zu gelangen, wird eine Zufahrtspiste über das Riedli entstehen. Dazu wird neben dem Steg über den Guntenbach eine 17 Meter lange Brücke gebaut. «Sie wird 40 Tonnen schwere Lastwagen tragen müssen», erklärte Saurer. Zudem ist vorgesehen, dass 6549 Quadratmeter Wald gerodet und wieder aufgeforstet werden. Die zweite Etappe startet laut Planung im nächsten Jahr: Dann werden im Bühlgraben bei der Tschingelbrücke 14 Betonsperren errichtet, fünf repariert und drei abgerissen. Die Bauarbeiten am gesamten Projekt sollen insgesamt vier Jahre dauern. «Das Projekt bedeutet für die Gemeinde eine hohe finanzielle Belastung», sagte Martin Sommer. Im Dezember sprach die Gemeindeversammlung von Sigriswil einen Kredit von 2,55 Millionen Franken. Zwei Drittel werden von Bund und Kanton übernommen. Die Gemeinde muss das Projekt allerdings vorfinanzieren. Hinzu kommt, dass ähnliche Projekte im Grönbach und Ralliggraben anstehen. Pascal Kupper >

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