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Innerstes des Steins als Ziel

Zwölf ausgewählte, international anerkannte Bildhauer sind in Davos am Bildhauersymposium an der Arbeit. Dabei ist bereits zum dritten Mal auch der Thuner Kunstmaler Alain Klee, der sich damit auch als Bildhauer bestätigt sieht.

In seinem Atelier an der Seestrasse in Thun hat Alain Klee die Idee ausgeheckt, wie das Motto des sechsten internationalen Bildhauersymposiums umgesetzt werden könnte. Jedes Jahr reichen rund 100 Künstler ihre Projekte ein, um sich für die Teilnahme am Symposium zu bewerben. Zwölf davon werden dann von den Organisatoren ausgewählt und die Künstler für eine Woche nach Davos eingeladen, wo sie die Projekte vor Ort umsetzen. Als Material werden ihnen Holz und Findlinge zur Verfügung gestellt. Dieses Jahr diente ein Text von Christian Morgenstern als Vorgabe: «Du siehst in etwa 100 Metern Entfernung einen Mann Holz spalten, das auf den Hackblock geschmetterte Scheit sinkt bereits nach links und rechts auseinander – da erreicht dich erst der Schall. So mögen wir die Welt ein halbes Leben lang betrachten, bis wir das Wort vernehmen, das zu ihr gehört, die Seele, die von ihr redet.» Klees «Brainstone» «Es ist ein schwieriger Text, aber gerade darum auch eine Heraus-forderung», sagt Alain Klee. Sein Werk trägt den Namen «Brainstone», und zeigt einen gespaltenen Stein mit verschobenen Elementen. Der Stein gibt sein Inneres preis, zumindest fast. Viele der übrigen Teilnehmer am diesjährigen Symposium hatten ähnliche Visionen. Allerdings wählten sie Holz als Ausgangsmaterial. Aber auch sie öffnen das Holz ohne immer sein Innerstes preis zu geben. Den Stein fand Klee in Davos, es ist ein Granit aus Andeer. «Der erste ging leider in die Brüche, ich musste einen zweiten geeigneten Stein finden», erklärt Klee den Werdegang seines Werkes. Schon das zeigt, dass Steine ihr Innenleben nicht einfach preisgeben. Ein Bohrloch am fal-schen Ort, ein zu starker Schlag, und alles ist verdorben. «Mit Steinen muss man Geduld haben», sagt Alain Klee, «ich musste beobachten und warten, bis er sich spaltete.» «Dreimal genügt» Alain Klee ist stolz darauf, dass er nun drei Mal in Folge am internationalen Bildhauersymposium teilnehmen konnte. Es zeigt ihm, dass seine Arbeiten gut sind und auch gegen anerkannte Künstler aus dem In- und Ausland bestehen können. Das bestätigte auch ein Rundgang durch die Anlage am Seehofseeli in Davos, wo der direkte Vergleich möglich war. Trotzdem wird Alain Klee sich nicht mehr um eine weitere Teilnahme bewerben. «Nach drei erfolgreichen Teilnahmen will ich nun Platz frei machen für andere Künstler, obwohl die Tage in Davos immer spannend waren, weil ich mich mit den andern Künstlern austauschen konnte.» Er will nicht «nie» sagen, aber in der nächsten Zeit sicher nicht mehr am Symposioum in Davos teilnehmen. Die Werke, die in Davos entstanden sind, können auf Platz gekauft werden, sonst werden sie ein Jahr lang am Skulpturenweg von Davos (dieser führt von Frauenkirch zur Stafelalp) ausgestellt, erst nachher können die Künstler diese für sich beanspruchen. Malerei und Fotografie Bei Alain Klee, geboren 1963, liegt der Fokus der künstlerischen Tätigkeit auf Malerei, Steingestaltung und Fotografie. Dazu kommen Schmuckgestaltung und Edelsteinschleiferei. Alain ist der Urenkel von Paul Klee. Nach der Ausbildung zum Pädagogen arbeitete er als geologischer Präparator. Seit 2002 betätigt er sich als freischaffender Künstler mit eigenem Atelier, seit 1984 ist er an Einzel- und Gruppenausstellungen präsent.Margrit Kunz >

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