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In hundert Sekunden zum Sieg

fussballDank einem Doppelschlag von Henri Bienvenu und Emmanuel Mayuka gewann YB gegen Xamax nach einer durchzogenen ersten Halbzeit doch noch mit 3:2.

Die Minuten verstreichen zuungunsten der Young Boys, als Trainer Vladimir Petkovic im Heimspiel gegen Xamax beim Stande von 1:2 seinen Joker einsetzt. Emmanuel Mayuka, bei YB der Mann für die späten Tore, kommt ins Spiel – und mit ihm der lang ersehnte Torerfolg. Eine Viertelstunde nach seiner Einwechslung in der 57.Minute spielt der Sambier im Strafraum einen Doppelpass mit David Degen, dieser zögert mit dem Abschluss, worauf Mayuka den Abpraller zum 2:2 verwertet. Kaum hundert Sekunden später erobert sich der Stürmer gegen Marcos Gelabert den Ball und flankt präzis auf Henri Bienvenu, der per Kopf sein zweites Tor erzielt. 3:2, die Führung für die Berner, wieder einmal hat Petkovics Joker entscheidend mitgewirkt.Nach den ersten 45 Minuten deutete wenig auf ein versöhnliches Ende für YB hin. Zweimal hatten die Berner in den letzten Tagen auf schwierigem Terrain antreten müssen (in Thun und St.Petersburg). Erleichtert ob der Rückkehr auf ihre Heimunterlage, den Kunstrasen, schienen die Young Boys in der Startphase jedoch nicht. Nach nur 4 Minuten stand es bereits 0:1. Emiliano Dudar, Alain Nef und auch François Affolter hatten Xamax’ Federico Almerares nach einem langen Ball von Paito nicht am Torschuss hindern können. Nur drei Minuten später vermochte Henri Bienvenu mit seinem ersten Treffer des Abends den Fehlstart zu korrigieren. Von Sander Kellers Kopf kam der Ball zum Kameruner, worauf er kaltblütig zum 1:1 traf. Doch durch den Ausgleich gewann das YB-Spiel nicht an Qualität. Die Young Boys hatten viel Ballbesitz, verbreiteten aber wenig Torgefahr – sie spielten viele Pässe, verzeichneten aber wenig Abschlüsse. Anders der Gegner aus Neuenburg: Raphael Nuzzolo tat sich bei Xamax als Schlüsselspieler hervor, über den agilen Routinier liefen die meisten Angriffe der Gäste. Auch in der 26.Minute war es der 27-Jährige, der mit einem feinen Pass auf Almerares die YB-Abwehr ausspielte – Wölfli konnte schliesslich klären. Pfiffe zur Pause Immer wieder kam es im YB-Mittelfeld zu Stellungsfehlern. «Xamax hat in der ersten Halbzeit von sehr vielen individuellen Fehlern auf unserer Seite profitiert», sagte Petkovic nach dem Spiel. In der 45.Minute flankte wiederum Nuzzolo gefährlich vors YB-Tor, wo Frédéric Page, den Ball direkt abnahm und zur Xamax-Führung traf. Dann war Pause im Stade de Suisse, Pfiffe mischten sich beim Berner Publikum unter die Anfeuerungsrufe, YB war gefordert. Vladimir Petkovic reagierte prompt auf die Unzulänglichkeiten seiner Mannschaft und ersetzte Affolter durch Moreno Costanzo. YB spielte nun beinahe ein 2-4-4-System, die Aussenverteidiger Scott Sutter und Christoph Spycher standen oft auf Höhe der Mittelfeldspieler. Diese sehr offensive Ausrichtung bescherte den Bernern zwar weiterhin viel Ballbesitz, der jedoch lange zu wenig klaren Torchancen führte. Der Sturmlauf forderte seinen Tribut, Mal für Mal konnte Xamax kontern. In der 56.Minute parierte Wölfli Almerares’ Kopfball, dann traf Gilles Binya nur den Pfosten. Danach betrat Emmanuel Mayuka den Rasen – und konnte das Spiel mitentscheiden. Mit dem Doppelschlag innert eineinhalb Minuten gelang YB die Wende. Vladimir Petkovic sprach von «einem Cocktail aus Glück, Charakter und Siegeswillen», der seiner Mannschaft den Sieg beschert habe. Xamax-Trainer Didier Ollé-Nicolle trauerte vergangenen Chancen nach, hielt aber fest: «Wir sind gut mit dem Ball umgegangen. Diese Mannschaft kann noch viele Punkte holen.» Gestern reichten die taktischen Korrekturen Petkovics zum Sieg. Am Mittwoch im Cup-Viertelfinal gegen den formstarken FC Zürich dürfte für einen Erfolg aber eine konzentriertere Leistung nötig sein. Moritz Marthaler>

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