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In 8 von 25 Fällen Alkohol erhalten

jugendschutzBei Stichproben in Huttwil zeigte sich: Beim Alkoholverkauf lässt der Jugendschutz zu wünschen übrig. Vor allem in Restaurants besteht Handlungsbedarf.

Beachten die Detailhändler und Wirte in Huttwil den Jugendschutz und verkaufen keine alkoholischen Getränke an zu junge Kunden und Gäste? Im Auftrag der Gemeinde testete das Blaue Kreuz letztes Jahr 6 Detailhandels- und 19 Gastgewerbe. Am Donnerstag präsentierten das Blaue Kreuz und die Kommission für öffentliche Sicherheit die Resultate. Wie überall in der Schweiz lässt das Resultat auch in Huttwil zu wünschen übrig. In 8 von 25 Fällen haben Jugendliche zu Unrecht Alkohol erhalten. Einer von 6 Detailhändlern und 7 von 19 Wirten schauten zu wenig genau hin. Probleme bei den Teenagern Mike Neeser und Karin Leuenberger von der Suchtpräventionsstelle des Blauen Kreuzes Bern kommentierten nun die Testkäufe und stellten den rund 50 Besuchern des Anlasses deren Nutzen und Ziele vor. Einerseits gehen die meisten Leute mit dem Alkohol vernünftig um. Anderseits ist bekannt, dass bei den 15-Jährigen ein Viertel der Burschen und jedes fünfte Mädchen schon zweimal betrunken waren. Jeder sechste Teenager dieses Alters trinkt zweimal im Monat mindestens fünf alkoholische Getränke. Diese Sachverhalte sind besorgniserregend und dürfen nicht beschönigt werden. Das Rauschtrinken kann Menschen dieses Alters psychisch und physisch bleibend schädigen. Eine Präventionsbemühung, das Verkaufs- und Servicepersonal für den Jugendschutz zu sensibilisieren, sind die Testverkäufe. Keine strafrechtlichen Folgen Dabei sind Testkäufe aber nicht ganz unbestritten, wie die Referenten und auch der zuständige Gemeinderat Adrian Wüthrich gleichentags zur Kenntnis nehmen mussten. Laut eines gleichentags publizierten Bundesgerichtsentscheides sind Testkäufe verdeckte Ermittlungen. Solche sind nur zur Aufklärung schwerer Straftaten zulässig, zu denen Alkoholverkäufe an Jugendliche nicht gehören. Bis die laufende Gesetzesrevision abgeschlossen ist, hat der Verkauf von Alkohol bei Testkäufen deshalb keine strafrechtlichen Folgen (Busse bis 20000 Fr. oder Haft). Vorbehalten bleiben aber weiterhin administrative Konsequenzen des Regierungsstatthalteramtes wie Verwarnung, Schulungskurse oder temporäre Verkaufs- und Ausschankverbote. Unbeantwortet blieb an der Veranstaltung die Frage, ob es zulässig sei, dass Teenager und Jugendliche als Helfer bei Vereinsanlässen mithelfen. Auf Nachfrage stellt Regierungsstatthalter Marc Häusler klar, dass solche Einsätze gestattet sind. Da aber auch diese Helfer den Jugendschutz durchsetzen müssen, rät er, solche Helfer nur in Zweierteams mit einem Erwachsenen oder überhaupt nicht an der «Alkoholfront» einzusetzen. Damit bleibt einem 15-Jährigen die Auseinandersetzung erspart, einem Schulkollegen kein Bier geben zu dürfen. In Huttwil finden auch dieses Jahr Testverkäufe statt. Wüthrich hat dafür ein hohes Ziel gesetzt. Er wünscht sich, dass niemand in die «Falle» tappt. Hanspeter Flückiger>

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