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Im Winter setzt Olivier Schiess auf Gas

Seit neun Jahren ist bei der L.Klein AG in Biel eine kleine Wärmekraftkopplungsanlage (WKK) in Betrieb. Mitinhaber Olivier Schiess ist zufrieden damit. Um weniger CO2 auszustossen, läuft die Anlage nur im Winterhalbjahr.

Ganz ohne Gas oder Öl kann man heute eine Firma trotz aller erdenklichen Umweltschutzmassnahmen nicht betreiben. Davon ist Olivier Schiess überzeugt. Der Mitinhaber der L.Klein AG aus Biel beliefert mit seinem Team die Uhren- und die Medizinaltechnikbranche mit Edelstahlstäben und Metallen. Wenn schon der CO2-Ausstoss nicht ganz verhindert werden kann, so soll er wenigstens möglichst gering ausfallen, darüber sei man sich in der Firma einig. «Deshalb haben wir vor neun Jahren eine Wärmekraftkopplungsanlage einbauen lassen.» Ein weiterer Beweggrund: Schiess will möglichst unabhängig von den grossen Stromproduzenten sein. Das Minikraftwerk hat rund 40000 Franken gekostet. Es produziert Strom und nutzt die entstehende Abwärme für die Heizung (siehe Haupttext). «Das ist sehr sinnvoll.» Weil sich Schiess aber bewusst ist, dass auch bei einer WKK-Anlage bei ganzjährigem Betrieb die Emissionen von Treibhausgasen erheblich sind, läuft die Anlage der Firma Klein nur im Winterhalbjahr. «Nur dann können wir die Abwärme für die Heizung nutzen, im Sommer haben wir dafür keine Verwendung.» Von April bis September bleibt die Anlage abgeschaltet. Ausstoss: 11 Tonnen CO2 In den Frühlings- und Sommermonaten übernimmt die Fotovoltaikanlage auf dem Dach der Firma die Stromproduktion. Zusammen liefern WKK-Anlage und Fotovoltaik rund 50 Prozent des jährlichen Strombedarfs des Uhrenzulieferers. Den Rest bezieht die Klein AG über das örtliche Elektrizitätswerk. Dank der Fotovoltaikanlage muss Schiess weniger Gas verbrennen. In den Monaten Oktober bis März stösst seine Wärmekraftkopplungsanlage etwas mehr als 11 Tonnen CO2 aus. Das ist mehr als das Sechsfache, das beispielsweise ein VW Polo bei 15000 gefahrenen Kilometern pro Jahr ausstösst. «Klar, ist es unser Fernziel, dass wir eines Tages keine solchen Emissionen mehr verursachen», sagt Olivier Schiess. «Aber im Moment ist das noch unrealistisch.» Philippe Müller>

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