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Im Soll für hohe Ziele

lisa urechNach ihrer Hüftoperation im Oktober nähert sich die Langnauer Hürdenläuferin schrittweise ihrem

Das Lachen ist geblieben. Fröhlich wie eh und je empfängt Lisa Urech an einem verregneten Freitagmorgen den Medienbesuch, posiert hier für ein Bild, gibt dort ein Interview und geht einmal kurz an Krücken – nur zum Spass. Erzählen Urech und ihr Physiotherapeut Daniel Troxler von den letzten zwölf Wochen, wird klar, dass die Schweizer Rekordhalterin über 100 m Hürden die Gehhilfen vor einiger Zeit noch im bitteren Ernst beanspruchte. Damals, Ende September 2011, erreichte die 22-jährige Langnauerin die Hiobsbotschaft: Im Labrum, dem stabilisierenden Gewissen einer jeden Sportlerhüfte, war ein Riss entdeckt worden, eine Operation unumgänglich. Der komplizierte Eingriff verlief reibungslos, doch nach der Operation begann für Urech erst der eigentliche Belastungstest der Zwangspause. «Zuerst war der Alltag sehr mühsam», erzählt die Hoffnungsträgerin der Schweizer Leichtathletik «mir fehlte die Beweglichkeit, viele einfache Dinge waren plötzlich mühsam.» Der Bewegungsmensch war zurückgebunden worden, die Energie früherer Zeiten verpufft. «Und manchmal, wenn mir die Krücken zum x-ten Mal an einem Tag zu Boden fielen, verliess mich schon ein wenig der Mut», gibt Urech zu. Physiotherapeut Daniel Troxler bezeichnet die Mühe nach einem derartigen Eingriff als normal: «Die Muskulatur um das Hüftgelenk ist in jedem Spitzensporttraining zentral.» Am Anfang ging nur Gehen Die heikle Hüfte stand denn auch im Zentrum, als sich Troxler und Urech nach einer ersten Ruhephase ans Rehabilitationstraining machten. «Wir starteten mit Stabilitätsübungen und versuchten, die Muskulatur zuerst einmal aufs Niveau, das zum herkömmlichen Gehen benötigt wird, vorzubereiten», erklärt Troxler. Stück für Stück konnte sich Lisa Urech von den Krücken lösen und Verlorenes zurückgewinnen. Die WM-Neunte von Daegu hat durch die Verletzungspause etwas Muskelmasse verloren, «ja, die Oberschenkel sind ein wenig dünner geworden», sagt sie lächelnd. Fernziel bleibt Olympia Die Trainings der wieder genesenen Lisa Urech werden also zunehmend länger. In gut sechs Monaten fällt in London der Startschuss zu den Olympischen Spielen. Urech und ihr Team sind überzeugt, sich nach wie vor im Fahrplan zu befinden. «In der Regel dauert es gut vier Monate, bis das Labrum ausgeheilt ist», lässt der behandelnde Orthopäde Dr. Roland Biedert verlauten. Insofern bleibt Urech, bei einer weiterhin optimalen Heilung, genügend Zeit, die Topform wiederzufinden. Olympia bleibt das Fernziel – eine EM-Teilnahme Ende Juni in Helsinki sei zwar nicht ausgeschlossen, aber sekundär. «Mein grösstes Ziel ist einfach, wieder in der Weltklasse mitlaufen zu können.»Moritz Marthaler>

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