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Im Bann von Kunst und Klamauk

Zum ersten Mal war der neue Amman-Hofer-Platz die Bühne der Akrobaten, Jongleure, Zauberer,

«Dieser Regen ist ein schwerer Schlag für die Artisten, denn bei diesem Wetter können sie nicht auftreten und verdienen nichts», erklärte OK-Präsident Bart Stapel am Samstagnachmittag bei strömendem Regen. Zum ersten Mal fand das internationale Gauklerfest auf dem neuen Amman-Hofer-Platz statt. Der Ort bot dem Anlass, den Artisten und den Festbesuchern reichlich Raum, auch für eine grosse Hüpfburg aus Plastik, in der die vielen Kinder herumtoben konnten. Publikumsliebling Segal Einer der ersten Artisten, die am Samstagnachmittag auftraten, war der Londoner Artist Marc Segal mit seiner drei Meter hohen Leiter. Etwa eineinhalb Meter über dem Boden stehend, spazierte Segal gekonnt und sicher mit seiner Leiter über dem freiwilligen Zuschauer Ruedi am Boden und witzelte dazu die ganze Zeit. Er erwies sich bald als Publikumsliebling. Unter vielen anderen hatten die Kinder wie Jaro (7) und Lisa (4) ihr Gaudi und viel zu lachen. Sie versicherten, Marc Segal «ist sehr gut, sehr lustig». Auch ihre Mutter Claudia Fischer aus Flawil SG war begeistert. Die zahlreichen Zuschauer dieser Show sprachen für sich. «El Kardinal» irritierte Bryan Young aus Irland präsentierte sich in einer Fantasie-Kardinalsrobe mit einer Mitra (Bischofshut) in leuchtend bunten Farben. Mit einer Berner Fahne in der Hand wanderte der Ire auf dem Platz umher, murmelte Unverständliches, parodierte kirchliche Gesänge und katholische Riten, so etwa die heilige Kommunion. Bryan Young verteilte Hostien respektive weisse Reiswaffeln unter den Zuschauern, verbrannte eine echte Zehnernote und rief dazu: «Satan! Mephisto!» Das Publikum reagierte irritiert, einige schüttelten den Kopf, viele Kinder wandten ihre Aufmerksamkeit bald einmal ab. «Die Show war sackschwach, weder kindergerecht noch lustig», urteilte Zuschauer Jürg Stoll aus Wilderswil. Applaus für Thunerin Viel Aufmerksamkeit und Lob bekam hingegen die selbst kreierte Show «Creeping Carnival» der Thuner Künstlerin Anita Bertolami. In diesem Stück erzählen auf einer Minibühne zehn Finger und zwei Spülbürstchen etwa eine stumme Liebesgeschichte zu Walzermusik oder den Kampf mit einer Blume. Das gekonnte Spiel der zehn beweglichen Finger verzauberte das Publikum und brachte der Künstlerin so manchen Lacher und reichlich Applaus. Kunst mit Helfern Der Österreicher Christoph Priesner vom Strassentheater Leela fuhr auf seinem Moped Daisy als Büezer im blauen Overall vor und liess als Erstes einen gellenden Pfiff auf zwei Fingern los. Er pickte Helfer aus dem Publikum und dirigierte sie, zumeist mit Handzeichen. So mussten die Männer unter anderem ihre Sitzbänke zügeln, brennende Feuerkeulen oder das Hochseil halten, über das Christoph Priesner balancierte. Die lustige Show mit vielen Überraschungen amüsierte die Zuschauer köstlich. Als Höhepunkt des Geschehens stand Priesner mit nur einem Fuss auf dem Hochseil, während er mit den Händen drei brennende Keulen jonglierte. Die Gaukler zeigten ihre Künste auch am Sonntag. Da lachte nicht nur das Publikum, sondern auch die Sonne. Monika Hartig>

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