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Im «Bären» fehlten die Berge

gerzenseeNach 27 Jahren verabschiedet sich heute Montag das Wirtepaar Franz und Verena Marilley vom Gasthof Bären. Michel und Daniela Brossard sind die Nachfolger.

Die Sonne scheint an diesem Nachmittag durch die weihnächtlich geschmückten Fenster. Im Bären in Gerzensee sitzen einige Gäste beim Kaffee. Plaudern und Lachen erfüllen die Gaststube. Die Wirtin Verena Marilley eilt von Tisch zu Tisch. Sie bringt Bestelltes und redet hie und da länger mit einem Gast. Für viele Stammgäste heisst es in diesen Tagen Abschied nehmen vom Ehepaar Franz und Verena Marilley. Während 27 Jahren wirteten der Walliser und die Luzernerin im heimeligen Gasthof mitten im Dorf. Heute sind sie das letzte Mal in den vertrauten Räumen anzutreffen. Morgen beginnt für die beiden ein neuer Lebensabschnitt. Heimweh nach den Bergen Sie müsse zuerst einmal «abefahre», um den Ruhestand geniessen zu können, sagt Verena Marilley. Sie und ihr Mann haben die letzten beinahe 30 Jahre für den Gasthof gelebt und waren ein eingespieltes Team. «Mit nix haben wir angefangen, die ersten Jahre waren hart», erzählt Franz Marilley in Walliser Dialekt. Als naturliebender Bergler hatte er Mühe, sich an das Dorfleben zu gewöhnen. «Wir arbeiteten vorher in St.Moritz, und die Bergluft fehlte mir sehr.» Der Gasthof hat vor kurzem den Besitzer gewechselt und gehört dem Unternehmer Jobst Wagner. Während Jahrzehnten gehörte der Bären der Nationalbank. Vor 27 Jahren war es der damalige Nationalbankpräsident Fritz Leutwiler, der Marilleys in St.Moritz kennen lernte und ihnen die Stelle im Bären angeboten hatte. Der Bären Gerzensee gilt als ländliches Feinschmeckerlokal. Marilleys bevorzugen die «französische Küche mit griechischem Touch». Hauptspeisen im mit 14 Gault-Millau-Punkten ausgezeichneten Gasthof kosten zwischen 30 Franken und 50 Franken. «Das Niveau möchte ich halten», sagt der eidgenössisch diplomierte Küchenchef Michel Brossard. Zusammen mit seiner Frau Daniela wird er am 14.Januar den Bären als neuer Pächter eröffnen. Der 40-Jährige war noch bis vor ein paar Monaten Küchenchef in der Berner Schosshalde. Er will sich selbstständig machen, denn «mit 40 Jahren ist man ein alter Küchenchef, aber ein junger Wirt», begründet er seinen Entscheid. Regionale Produkte Brossard wünscht sich, dass auch er nach drei Jahrzehnten noch so gerne zur Arbeit gehen wird. Seine Ehefrau, Bereiterin von Beruf , unterstützt ihn und «hält mir den Rücken frei». Die langjährige Serviceangestellte Gaby Lenz kümmert sich als Chef de Service um die Gäste, und in der Küche kann Brossard auf die Mitarbeit von einem Gehilfen und einem Lehrling zählen. «Wir starten dort, wo Marilleys aufgehört haben», sagt Michel Brossard. Er will das bewährte Konzept weiterführen und regionale Produkte verwenden. An erster Stelle aber steht für den neuen Wirt der gute Kontakt zur Bevölkerung. Den haben Franz und Verena Marilley gepflegt. In all den Jahren haben sie manchen Gast als Freund gewonnen. Diese Freundschaften wollen sie jetzt von ihrem neuen Wohnort Merligen aus weiterhin pflegen. Simone WölfliGasthof Bären, Dorfstrasse 9, 3115 Gerzensee. Eröffnung 14.Januar 2011. Ruhetage: Mittwoch ganzer Tag und Donnerstag bis 17 Uhr. >

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