Zum Hauptinhalt springen

«Ich wusste: Es kommt gut»

Fränzi Mägert-Kohli setzte bereits am ersten Weltcup-Rennen in der olympischen Disziplin Parallelriesenslalom ein Ausrufezeichen. Die professionelle Snowboarderin aus dem Berner Oberland, Weltmeisterin im Parallelslalom, setzte sich in Telluride im US-Bundesstaat Colorado durch. Im Viertelfinal gegen die Österreicherin Doris Günther kam die 29-Jährige nach Rückstand im ersten Lauf nur hauchdünn weiter (0,11 Sekunden Vorsprung), doch sowohl in der Vorschlussrunde gegen die Kanadierin Kimiko Zakreski als auch im Final gegen die deutsche Favoritin Amelie Kober, Gewinnerin der Silbermedaille an den Olympischen Spielen 2006, war Mägert-Kohli ungefährdet. Es war der vierte Weltcup-Sieg der Steffisburgerin, die auf dieser Stufe letztmals vor 33 Monaten triumphiert hatte. Bei den Männern setzte sich der Kanadier Matthew Morison durch; der Schönrieder Roland Haldi war als Zehnter bester Schweizer. Was bedeutet es Ihnen, nach fast drei Jahren Unterbruch im Weltcup wieder zuoberst auf dem Podest zu stehen? Fränzi Mägert-Kohli: Es ist ein wunderbares Gefühl, wenn man für das harte Training im Sommer belohnt wird. Ich verzeichnete zwar auch in den letzten Wintern Podestplätze, doch ein Sieg ist immer etwas Spezielles. Wussten Sie um Ihre gute Form? Ja, ich war zuversichtlich, denn ich fühle mich auf meinem neuen Brett ausgesprochen wohl und habe zudem im Herbst technische Fortschritte erzielt. Wie wirken sich diese aus? Ich rutsche weniger und carve mehr. Dadurch, dass ich später umkante, bekomme ich in den Kurven mehr Zug. Auch physisch scheinen Sie sich in guter Verfassung zu befinden. Die Strecke in Telluride befindet sich auf über 3000 Meter über Meer, daher war es ein sehr anstrengendes Rennen. Dass ich auch am Schluss fehlerfreie Läufe zeigen konnte, ist ein gutes Zeichen. Wie waren die Bedingungen? Wegen technischer Probleme begann das Rennen mit Verspätung, und wir mussten in der Qualifikation allein fahren, ansonsten war aber alles perfekt – gutes Wetter, eine tolle Piste, ein herrlicher Hang. Überhaupt ist Telluride wunderschön, die Berge sind genauso toll wie in der Schweiz. Ich wusste: Es kommt gut. Und mein Gefühl hat mich nicht getäuscht. Waren Sie vor dem ersten Parallelriesenslalom im Winter nervös? Und wie! Ich war wirklich nervös wie selten zuvor; der Morgen vor dem Rennen war eine Qual, mir war richtig übel. Aber kurz vor dem Start war die Nervosität wie weggeblasen. Nach der Qualifikation belegten Sie «nur» Platz 10. War dies auf die Nervosität zurückzuführen? Nein, es ist typisch für mich, dass ich zuerst ins Rennen finden muss. Erst in den Finalläufen konnte ich das Brett so richtig laufen lassen. Und nun sind Sie bereits nach dem ersten Rennen für die Olympischen Spiele in Vancouver qualifiziert. Offiziell noch nicht, aber die Kriterien habe ich mit dem Sieg bereits erfüllt. Ich kann meinen Olympiastartplatz nur noch verlieren, wenn meine Teamkolleginnen Patrizia Kummer und Julie Zogg zu Siegfahrerinnen avancieren und ich gar nichts mehr zustande bringe. Was haben Sie sich für das zweite Rennen in Telluride vorgenommen? Ich will mich gut erholen und dann am Donnerstag noch einmal richtig Gas geben. Die Bedingungen werden erneut perfekt sein. Ich freue mich extrem und kann kaum mehr auf den Start warten. Interview: Adrian Ruch>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch