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«Ich bin wirklich gerührt»

Bei seiner Lauberhornderniere fuhr Marco Büchel aufs Podest. Rang drei war für den 38-jährigen Liechtensteiner wie ein Sieg.

Wie fühlt es sich an, beim letzten Auftritt in Wengen auf dem Podest zu stehen? Marco Büchel: Wie lange haben Sie Zeit? (lacht). Im Ernst, ich könnte stundenlang erzählen. In der ersten Saisonhälfte war ich mehrmals ausserhalb der besten 30 platziert, es machten sich Selbstzweifel bemerkbar. Ich habe mich gefragt, ob ich wohl die berühmte Saison zu viel fahre. Nun empfinde ich ein enormes Glücksgefühl. Der dritte Platz ist für mich wie ein Sieg. Was ist Ihnen vor dem Start durch den Kopf gegangen? Ich bin sehr früh aufgestanden, ein nervöses Gefühl begleitete mich. Ich habe versucht, den Tag und dieses wundervolle Skifest zu geniessen. Als ich im Ziel die Eins auf der Anzeigentafel aufleuchten und Tausende von Schweizer Fahnen gesehen habe, stockte mir der Atem. Deshalb bin zu Boden gesunken. Ich habe die Emotionen richtig aufgesogen. Mich überkommt Wehmut, wenn ich daran denke, dass dies meine Abschiedsvorstellung in Wengen war. Doch lassen wir das, Sie müssen ja das Gefühl haben, ich sei kitschig. Hätten Sie einen Triumph Jankas für möglich gehalten? Wenn ich ehrlich bin, hätte ich Carlo den Sieg noch nicht zugetraut. Dieser Typ ist aber unglaublich, bei ihm stimmt derzeit einfach alles. Er hat das Zeug, den Weltcup zu dominieren. Ich wäre gerne so schnell wie er, aber wahrscheinlich trainiere ich dafür viel zu wenig (lacht). Was überzeugt Sie an Janka am meisten? Er fährt über die Ziellinie, sieht, dass er in Führung liegt, und lässt sich trotzdem nichts anmerken. Ich an seiner Stelle würde vor Freude wohl durchdrehen. Doch Janka macht es richtig, denn würde er nach jedem Podestplatz jubeln, wäre er Ende Saison völlig erschöpft. Didier Cuche sagte, es hätte ihn geschmerzt, wenn Sie seinetwegen das Podest verpasst hätten. Werner Heel bezeichnete die eine Hundertstelsekunde, welche er auf Sie einbüsste, als Abschiedsgeschenk für Sie. Die Anerkennung meiner Rennfahrerkollegen schätze ich sehr, sie ist mir eine Ehre. (Büchel ringt nach Worten und kämpft mit den Tränen, die Red.). Ich bin wirklich gerührt.Aufgezeichnet: phr >

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