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«Ich bin kein Film-Film-Film-Freak»

Susanne Kunz (31) moderiert morgen die Verleihung des Schweizer Filmpreises. Die Exil-Seeländerin sagt, welcher Schweizer Film sie zuletzt aufgewühlt hat, und mutmasst, weshalb sie keine grossen Filmrollen bekommt.

Frau Kunz, welches ist der erste Film, an den Sie eine Erinnerung haben? Susanne Kunz: Das Dschungelbuch. Wir gingen extra nach Bern ins Kino, weil der Film dort auf Mundart lief. Das war für mich als Kind ein Riesenanlass. Sie moderieren die Verleihung des wichtigsten Schweizer Filmpreises. Was bedeuten Ihnen Filme? Ich bin kein Film-Film-Film-Freak. Aber ich schätze Filme als Fenster in eine andere Welt. Im besten Fall wird man aufgerüttelt und berührt. Am schönsten finde ich es, wenn ein Film einen Nachhall hat. Welcher Schweizer Film hat bei Ihnen zuletzt nachgehallt? So viele Schweizer Filme habe ich im vergangenen Jahr nicht gesehen. «Der Fürsorger» hat mir aber gefallen. Er brachte mich zum Lachen, aber auch ins Grübeln über Schein und Sein. Sie haben selber eine Weile intensiv an ihrer Schauspielkarriere gearbeitet. Was ist daraus geworden? Ich trete nach wie vor regelmässig mit meinem Ein-Frau-Stück «Schlagzeugsolo» auf und denke über ein zweites Programm nach. Und kürzlich hatte ich zwei Drehtage für einen Fernsehfilm, «Käserei in Goldingen». Es ist nicht so, dass ich verzweifelt auf ein Filmangebot warte, auch wenn ich nichts gegen eine tolle Rolle hätte. Ich würde gerne mehr drehen, aber die Anfragen kommen nicht gerade täglich. Das hat vielleicht auch damit zu tun, dass mein Gesicht vom Fernsehen sehr bekannt ist, sozusagen einen eigenen Brand darstellt. Ihr Gesicht, aber auch Ihre Frisur: Vor ein paar Jahren schnitten sie plötzlich die Haare kurz. Dass das noch ein Thema ist! Momentan werde ich allerdings darauf angesprochen, ob ich die Haare wieder wachsen lasse. Und, tun Sies? Weiss ich noch nicht. Ich bin aber überzeugt, dass vielen Frauen kurze Haare besser stehen würden. Sie trauen sich nur nicht. Homestorys mit Mann und Kind gabs von Ihnen noch keine. Ist es einfach, das Privatleben aus den Medien rauszuhalten? Es ist ein Grundsatzentscheid. Wenn man das klar kommuniziert, wissen es die Journalisten mit der Zeit. Klar, es ist manchmal schade, dass ich meinem Mann diesen Teil meiner Welt nicht zeigen kann. Etwa, wenn ich einen Anlass besuche. Aber ich möchte diese Türe nicht öffnen. Wenn eine in der Familie den Kopf raushält, reicht das. Warum halten Sie den Kopf denn raus? Was zieht sie auf die Bühne? Ich habe das immer gern gemacht. Schon als Kind schlüpfte ich gern in andere Rollen. Richtig gepackt hat mich dann das Drumherum: wie man sich auf eine Livesendung vorbereitet, die ganzen Arbeitsschritte. Ich lerne beispielsweise sehr gern meine Texte auswendig. Ernsthaft? Ja, ich liebe das, diese Fleissarbeit. Aber natürlich mag ich es auch gern, wenn man mir applaudiert. Ein Teil ist sicher auch, dass man eitel ist und sich gern in den Mittelpunkt stellt. Aber das allein reicht nicht, man muss die Arbeit gern haben. Am Sonntag werden die Oscars vergeben. Sehen Sie sich die Verleihung an? Nein, das dauert mir ehrlich gesagt zu lang. Ich schaue nur die Zusammenfassung. Eine Nacht durchzumachen kann ich mir nicht mehr leisten, bei uns ist um 7 Uhr Tagwache. Wem würden Sie selber gern einmal einen Preis verleihen? Hm... Schwierige Frage. Ich beantworte sie morgen in Luzern, ok? Interview: Sarah Pfäffli Susanne Kunz (31) ist in Meinisberg aufgewachsen. Als Moderatorin von «Oops» und «Eiger, Mönch & Kunz» wurde sie bekannt. Seit 2008 moderiert sie die Quizshow «1 gegen 100» auf SF1. Kunz wohnt mit Mann David und Sohn Elfen in Zürich. >

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