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«Humorisierig» auf den Punkt gebracht

SpiezEin volles Haus bei der Premiere: Am Wochenende startete das Duo Spinngpong mit «Humorisierig». Und am Applaus gemessen, trafen

Plagte sie Lampenfieber vor ihrem Auftritt im Kirchgemeindehaus? Wohl höchstens so viel, dass es bei dem wahrscheinlich jüngsten Comedyduo im Oberland die richtige Spannung erzeugte, ohne es unsicher wirken zu lassen. Die beiden Künstler und ihre Techniker lernten schnell: Das Publikum reagierte nach der Pause dankbar auf die mittlerweile verbesserte Akustik. An Komik und Überraschungen liessen es der 17-jährige Pascal Hirt und der 19-jährige Lukas Böss jedenfalls nicht fehlen. Egal, ob sie alte Klassiker, wie etwa Walter Roderers legendäres Fund- und Partnervermittlungsbüro mit der verlorenen Gattin, auffrischten oder Dällenbach Karis «Hundeschdreck», den sie lieber kosten als darauf auszurutschen. Dabei passten sie sich laufend den Dialekten der Vorbilder an, nur beim «Dinner for One» verzichten sie auf die englische Originalversion. Sanfte Satiren Lüku und Päsku spendeten der grössten Schweizer Bank grosszügig eine Gurke und wollten Haschkissen eines berühmten Möbelgeschäftes rauchen – und erwischten dabei Daunenkissen. Die Heftli lesende Kassierin des grössten Detailhändlers liess jegliche Diskretion vermissen. Doch Gift verspritzten die beiden nie. Sie waren selber so doof, dass man ihnen menschliche Schwächen nicht als Diskriminierung vom Leben Benachteiligter auslegte. In der Eigenproduktion im OP, der eher einem Seziersaal glich, mag im einen oder anderen im voll besetzten Kirchgemeindehaus der Gedanke aufgekommen sein, der tollpatschige Gehilfe möge sein Handwerk nicht im Operationssaals des eigenen Vaters gelernt haben. Dafür weckte der Boxkampf, der mit einem Tango der Gegner endete, den Wunsch nach mehr solcher Konfliktlösungen. Zu Ende war der Klamauk damit noch lange nicht. Mit der emsigen – durch die weite Welt summenden – Biene erreichte er eindeutig den Höhepunkt. Geht der angehende Landwirt Lukas so mit seinen Tieren um, werden auf seiner Farm wohl für immer Milch und Honig fliessen. Und alle hören zu So verwunderte die Forderung des gut gelaunten Publikums nach einer Zugabe nicht. Auch hier ein Thema wie im Fernsehen: Ein Matchbesucher verrät dem andern hinter vorgehaltener Hand ein Geheimnis – und alle Zuschauer bekommen es mit. Die Feinheit lag in der Ungewissheit, ob bei den gemeinen Lästerungen im Publikum schliesslich Schadenfreude oder der Plausch am Gag dominierten. Guido Lauper >

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