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Höhere Börsenkurse – mehr Scheidungen

PartnerschaftWenn es der Wirtschaft gut geht, steigen die Scheidungszahlen, wenn die Wirtschaft kriselt, gehen die Zahlen zurück. Dies stellt der Paartherapeut und Professor für klinische Psychologie an der Universität Zürich, Guy Bodenmann, fest.

Rund die Hälfte der Ehen wird in der Schweiz wieder geschieden. «So kann es nicht weiter gehen», meint dazu Guy Bodenmann. Dass es in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten weniger Scheidungen gibt, was statistisch erwiesen sei, erklärt er mit der finanziellen Unsicherheit, die Paare auch von einer Scheidung abhalten könne. Doch es seien auch in solchen Zeiten zu viele, die sich scheiden lassen. «Das Pendel muss wieder zurückschlagen» – so seine Erwartung. Er hat dazu das Programm Paarlife entwickelt, das Paaren hilft, in einer Krisensituation die Kommunikation wieder einzuüben. Laut Angaben der Rechtsprofessorin und Dekanin an der Universität Luzern, Regina Aebi, ist der Wunsch nach einer dauerhaften guten Beziehung bei Ehepaaren so deutlich ausgeprägt, dass er sich auch in den Gesetzen niedergeschlagen hat. Das Eherecht geht generell davon aus, dass die Ehe eine feste Beziehung darstellt – auch wenn Scheiden leichter und billiger geworden sei. Zudem möchte kaum jemand Kinder haben, wenn er sich nicht auf einen verlässlichen Partner abstützen könne, so Aebi. Gesellschaft und Wirtschaft müssten dieses Faktum besser wahrnehmen und die Ehen stützen. Konflikte gebe es in jeder Ehebeziehung, sagt der Berner Ehetherapeut Manfred Engeli. «Entscheidend ist, wie man damit umgeht.» Wichtig sei, dass man in der eigenen Ehe mit Konflikten und Streit ehrlich umgehe. Entscheidend sei für ihn immer wieder: «Welche Absichten hat Gott für eine Ehe?» Der Sexual- und Paartherapeut Wilf Gasser wirbt für eine Institution ähnlich wie Jugend und Sport, welche Projekte und Angebote von Privaten im Bereich Eheberatung und -therapie aufnimmt und mitfinanziert. Damit könnte in der Schweiz ein flächendeckendes Angebot gemacht werden. Fritz Imhof >

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