Zum Hauptinhalt springen

Hoch hinaus am Jungfraujoch

Die Technik der Swisscom-Richtfunkstation oberhalb des Jungfraujochs ist überholt – 2013 wird die Anlage eingestellt. Für die Jungfraubahnen die Gelegenheit, eine neue Touristenattraktion am Ostgrat der Jungfrau zu prüfen.

«Damit könnten wir uns den letzten Traum verwirklichen»: CEO Urs Kessler ist sich bewusst, dass der Traum des damaligen Begründers der Jungfraubahnen, Adolf Guyer-Zeller, den Gipfel der Jungfrau mit einer Bahn zu erschliessen, wohl für immer ein solcher bleiben wird. «Aber wenn wir die bestehende Infrastruktur der Swisscom-Richtfunkstation künftig touristisch nutzen könnten, würden wir uns diesem Traum wenigstens annähern», sagt Kessler. Touristen bald auf 3700 m? In den gestrigen Morgenstunden teilten die Jungfraubahnen mit, dass sie aufgrund des Swisscom-Entscheides, die auf 3700 Meter über Meer liegende Richtfunkstation am Ostgrat der Jungfrau in drei Jahren aufzugeben, eine künftige touristische Nutzung derselben prüft. Wie diese Touristenattraktion dereinst aussehen soll, steht noch in den Sternen. Projekt besteht noch keines, und auch ein Budget ist noch nicht bereitgestellt: «Wir wollen aber wie immer mit offenen Karten spielen und sämtliche Interessengruppen, Fachleute und Behörden mit einbeziehen», sagt Urs Kessler. Eine gemeinsame Begehung in den nächsten Wochen soll die Möglichkeiten und Grenzen des Vorhabens aufzeigen. Kessler: «Mitten im Unesco-Weltnaturerbe gelegen, ist dies für uns eine der letzten Möglichkeiten, eine neue touristische Attraktion zu schaffen. Und das in einer bereits bestehenden Infrastruktur, die keinen Neubau erfordert.» Zufahrt durch das Eis Jungfraubahn-Sprecher Simon Bickel ergänzt: «Die Besucher hätten vom Ostgrat aus eine atemberaubende Sicht auf das darunter liegende Jungfraujoch und den Aletschgletscher.» Auf die Frage nach dem Unterhalt des durch eine kleine Standseilbahn versehenen Zufahrtsstollens, der unter der Oberfläche des Jungfraufirns mitten durch das Gletschereis verläuft und deshalb jedes Jahr baulich neu ausgerichtet werden muss, sagt Simon Bickel: «Das wäre zweifellos eine grosse logistische und technische Herausforderung.» In der Tat müsste bei der Realisierung des touristischen Angebots der Jungfrau-Ostflanke dem «fliessenden» Erschliessungsstollen mitten im Gletschereis Rechnung getragen werden. Dieser rutscht nämlich jährlich um etwa 15 Zentimeter talwärts und muss immer wieder periodisch neu ausgerichtet werden. «Je mehr Leute nun durch diesen Eisstollen befördert werden, desto wärmer wird die Lufttemperatur», erklärt der Zürcher ETH-Glaziologe Martin Funk, der die Begebenheiten vor Ort bestens kennt. Und: «Dieser Lufterwärmung müsste durch eine Luftzirkulation entgegengewirkt werden – die Wärme müsste aus dem Stollen raus.» «Verständnis für die Idee» Keinen Kommentar zu den Absichten der Jungfraubahnen gibt Hans Fritschi ab. Der Vizepräsident von Pro Natura Berner Oberland will sich zunächst ein Bild von der Situation machen. Gesprächiger gibt sich Raimund Rodewald von der Stiftung für Landschaftsschutz Schweiz: «Wir haben durchaus Verständnis für die Idee, die bestehende Anlage nicht einfach abzubauen, sondern weiter zu nutzen.» «Wenn die Jungfraubahnen dieses zusätzliche Angebot ohne Neu- oder Ausbau schaffen würden, wäre wohl allen gedient.» Bruno Petroni>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch