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Hier soll ein Naturschutzgebiet entstehen

GwattAuf einer Fläche von rund anderthalb Hektaren im Gwattmoos will der Verein Pro Natura Region Thun ein Naturschutzgebiet errichten. Dazu wird das Gebiet zum einen

Das sogenannte Gwattmösli befindet sich südwestlich der Industriezone am Moosweg und ist seit Jahren im Besitz des Vereins Pro Natura Region Thun, der es als Naturschutzgebiet betreut. Dieses Prädikat soll nun auch die unmittelbar östlich davon gelegene Parzelle erhalten. Pro Natura hat ein Baugesuch eingereicht, um auf dem rund anderthalb Hektaren grossen Gebiet verschiedene Aufwertungsmassnahmen vorzunehmen. Dazu gehört etwa das Ausheben mehrerer kleiner Tümpel an jener Stelle, wo der Hang in die Ebene übergeht. Schon heute ist dieser Bereich sumpfig. Im nordwestlichen Teil, wo die Parzelle an die Industriezone grenzt, plant Verena Wagner, Präsidentin von Pro Natura Region Thun, einen Flachwasserweiher anzulegen. «Mehrere Libellen- und Amphibienarten, aber insbesondere die Gelbbauchunke, die zu den Froschlurchen gehört, sollen sich an den Kleingewässern und am grossen Weiher wieder ansiedeln können», erläutert Wagner ihre Pläne. Eine hinter dem Weiher gelegene Hecke soll ausserdem durch eine vielfältigere neue Hecke ersetzt werden. Altlasten werden entfernt Im Südwesten verläuft die Parzellengrenze durch einen Wald. Hier ist die direkte Anstösserin die Burgergemeinde Strättligen. Um den Waldrand aufzuwerten und den Jungwuchs zu fördern, beabsichtigt Pro Natura, rund ein bis zwei Dutzend Eschen und Rottannen zu fällen. Die entsprechenden Bäume sind bereits mit einer Markierung gekennzeichnet. Durch das Wäldchen fliesst auch das Steinhaufenbächli, das entlang der Grenze zur Industriezone unterirdisch verläuft. «Wir planen, das Bächli oben im Wald umzuleiten, ihm ein neues Bett zu bauen und es querfeldein über die Parzelle fliessen zu lassen», erklärt Wagner. Davon sollen bestimmte Libellenarten profitieren. Für den Unterhalt des Bächli zuständig ist die Stadt Thun. Im Südosten schliesslich, wo das Gebiet an einen Metallbaubetrieb grenzt, ist vorgesehen, die Böschung flacher zu gestalten und mit einem Weidezaun abzustecken. Die Parzelle diente der Thuner Baufirma Frutiger AG in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts als Inertstoffdeponie. Das bedeutet, dass der Boden – vor allem im nördlichen Teil der Parzelle – mit Aushubmaterial und Bauabfällen aufgeschüttet wurde. «Dieses Material ist ökologisch unbedenklich, passt aber nicht in ein Naturschutzgebiet», erklärt Hans Amport, Leiter Bereich Dienstleistungen bei Frutiger. «Wir möchten nur so viel Material aus dem Gelände abtragen wie unbedingt nötig», sagt auch Verena Wagner. Bodenproben hätten nämlich gezeigt, dass das Gebiet weniger stark belastet sei als vermutet. Total werden sich die Kosten für die Aufwertungsmassnahmen im Gwattmoos voraussichtlich auf rund 620000 Franken belaufen. Davon entfallen rund 120000 Franken auf das Entfernen der Altlasten. «Die Stadt Thun zahlt ein Drittel der Kosten für die Altlastensanierung, die Frutiger AG zwei Drittel. Diese Aufteilung wurde im letzten Mai beschlossen», erklärt Thuns Gemeinderat Roman Gimmel (SVP). Die Stadt hatte die Parzelle im August 2004 von der Bauunternehmung übernommen und ist nach wie vor Grundeigentümerin. Pro Natura darf das Land im Baurecht nutzen. Laut Gimmel begrüsst die Stadt Thun die Aufwertungsmassnahmen. «Das erweiterte Naturschutzgebiet dient uns nicht zuletzt zu Image- und Werbezwecken», so der Vorsteher der Direktion Bau und Liegenschaften. Auch Hans Amport von der Frutiger AG bestätigt, dass die Baufirma dem Projekt «grundsätzlich positiv» gegenüberstehe. «Zudem werden wir Pro Natura Maschinen für Aushub und Planierung sowie einen finanziellen Beitrag zur Verfügung stellen», so Amport weiter. Bauarbeiten ab Herbst 2012 Von den restlichen 500000 Franken wird rund die Hälfte vom Förderfonds für ökologische Aufwertungsmassnahmen der Energie Thun AG übernommen. Pro Natura wird sich laut Wagner ebenfalls finanziell beteiligen. Für die restlichen Kosten sucht Pro Natura noch Geldgeber. «Unser Ziel ist, dass wir im nächstem Herbst mit dem Holzschlag anfangen können. Im Dezember würden die eigentlichen Bauarbeiten für die Aufwertung des Gwattmooses beginnen», erläutert Wagner. Im Idealfall wäre die Parzelle als wertvoller Lebensraum somit gegen Ende des Winters 2012/2013 aufgewertet.Gabriel Berger>

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