Zum Hauptinhalt springen

Heute beginnt der Erb-Prozess

Erb-GruppeHeute muss der Unternehmer Rolf Erb vor Gericht erscheinen. Er muss sich wegen gewerbsmässigen Betrugs, Urkundenfälschung und Gläubigerschädigung im Zusammenhang mit der Pleite der Erb-Gruppe verantworten.

Am Mittwoch kämpften Bernhard Rüdy und Vera Delnon noch für eine Prozessverschiebung. Den beiden Anwälten fehlte die Zeit, sich in die Akten einzulesen. Rolf Erb konnte sie erst kurz vor Prozessbeginn einsetzen, weil ihm erst jetzt von Dritten das nötige Geld zur Verfügung gestellt worden sei, sagte Rüdy. Doch das Gericht lehnte das Begehren um Prozessverschiebung ab. Dem 60-jährigen Rolf Erb wird vorgeworfen, jahrelang Banken mit manipulierten Bilanzen getäuscht zu haben. Dadurch soll der letzte Chef der Winterthurer Erb-Gruppe verschleiert haben, dass die Unternehmen der Firmengruppe überschuldet waren. Ende 2003 brach das Familienimperium unter der Last von Milliardenschulden zusammen. Erb bestreitet die Vorwürfe. Sieben Jahre untersucht Wie hoch die von der Anklage geforderte Strafe ist, steht noch nicht fest. Die Staatsanwaltschaft wird ihre Strafanträge an der Hauptverhandlung stellen. Für den Prozess hat das Bezirksgericht Winterthur zwei Wochen eingeplant. Das Urteil wird wohl einige Wochen später eröffnet. Die auf Wirtschaftsdelikte spezialisierte Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich eröffnete am 17.Dezember 2003 wegen Verdachts auf Bilanzfälschungen und Vermögensdelikte eine Strafuntersuchung gegen die ehemaligen Organe der Erb-Gruppe. Genau sieben Jahre später wurde Anklage gegen Rolf Erb, den Sohn des Mitte 2003 verstorbenen Firmengründers Hugo Erb, erhoben. Das Verfahren gegen seinen Bruder Christian Erb wurde eingestellt. Ihm konnten die Untersuchungsbehörden keine Mitwirkung an Bilanzmanipulationen nachweisen. Nur aufgrund inhaltlich falscher Jahresabschlüsse und unwahrer Revisionsberichte erhielt Rolf Erb gemäss Anklage in den Jahren vor dem Konkurs 2003 weiter Geld von den Banken. Eigentlich hätte er längst wegen Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit die Bilanzen deponieren müssen. Sich persönlich bereichert Durch das Hinauszögern des Zusammenbruchs des Firmenimperiums, dessen Kerngeschäft der Autohandel war, hat er sich gemäss Staatsanwaltschaft persönlich unrechtmässig bereichert. So habe er sich weiterhin jährlich 1,1 bis 1,2 Millionen Franken Lohn überwiesen. Seinem Vater ermöglichte er jährliche Einkünfte von 1 Million, seinem Bruder solche von einer halben Million. Rolf Erb wird auch vorgeworfen, er habe Vermögenswerte dem Zugriff der Gläubiger entzogen. So beschenkte er 2002 und 2003 seine Zwillingssöhnen im Babyalter mit Aktien und Liegenschaften im Wert von 34,4 Millionen Franken. Schenkungen an seine Lebenspartnerin hatten einen Wert von 1,8 Millionen Franken. Zu diesem Zeitpunkt sei für ihn klar gewesen, dass er in absehbarer Zeit mit einem Zwangsvollstreckungsverfahren konfrontiert sein werde, heisst es in der Anklageschrift. Das Schloss Eugensberg im thurgauischen Salenstein, in dem Rolf Erb heute noch wohnt, kaufte er im Februar 2003 von der Hugo Erb AG. Der im Kaufvertrag erwähnte Kaufpreis von 27 Millionen Franken bezahlte er allerdings nicht. Damit habe er ebenfalls in Kauf genommen, die Gläubiger zu schädigen, heisst es in der Anklageschrift. Erb hat laut Anklage schon Mitte der 90er-Jahre gewusst, dass die Geldgeber keine neuen Kredite gewährt oder die bestehenden Darlehen umgehend gekündigt hätten, wenn ihnen die tatsächliche Vermögens- und Ertragslage der Erb-Gesellschaften bekannt gewesen wären. Er habe die Banken durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irregeführt. Zur Täuschung habe er gefälschte Urkunden verwendet. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Deliktsbetrag in dreistelliger Millionenhöhe aus.sda>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch