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Hauptprobe für den «Ernstfall»

Vor dem Bundeshaus radelten und liefen Spitzensportler um Preisgeld

Wenn das kein spezielles Rennen ist. Rund eine Stunde vor dem Wettkampf verlässt Philipp Bandi seine Wohnung, auf dem Fussweg zum Start läuft er sich warm. Den 3000-Meter-Parcours vor dem Bundeshaus bewältigt der Berner als Schnellster. «Dieses Rennen war für mich sehr speziell», sagte er, «die Anspannung war grösser als üblich.» Bandi war ein kleiner Junge, als der Stadtlauf in Bern Tradition hatte. Damals nahmen jeweils Weltklasseläufer am Rennen teil. Geht es nach den Veranstaltern, soll der Event im Herzen der Hauptstadt wieder jährlich stattfinden. Das Rennen bildet den Auftakt zum Post-Cup, einem Wettbewerb für nationale Cracks. In diesem Jahr müssen die Leichtathleten die Aufmerksamkeit mit anderen Spitzensportlern teilen. Denn auch der Mountainbikesport präsentiert in Bern seine Topathleten. Der Kombianlass entsprang einem Zufall. «Wir hatten den Termin gebucht», erklärt Thomas Binggeli. Die Laufveranstalter wollten ihn auch. Man setzte sich an einen Tisch und entschloss sich zum Doppelevent. Relativ schnell bemerkten beide Parteien, dass Synergien genutzt werden können. Thomas Binggeli fördert den Bikesport seit Jahren. Unter seiner Führung gelang es auch, Bern als Austragungsort der Europameisterschaft 2013 zu portieren. «Mit dem Event mitten in der Stadt wollen wir uns dem Volk zeigen.» Es ist quasi die Hauptprobe für den «Ernstfall». Das EM-Hauptrennen wird am Gurten stattfinden, daneben soll aber auch ein Sprintrennen in der Stadt ausgetragen werden. Der 1,6 Kilometer lange Kurs rund ums Bundeshaus ist für die Zuschauer attraktiv. Etwas mehr als drei Minuten benötigen die Fahrer, um eine Runde zurückzulegen. Die Strecke fordert ihnen viel ab, hat zahlreiche Richtungswechsel, zwei steile Treppen, zusätzlich künstliche Hindernisse, enge Abfahrten und steile Aufstiege. Für die Männer kommt erschwerend hinzu, dass es bereits dunkel, die Strecke künstlich beleuchtet ist. Und just zum Start beginnt es in Strömen zu regnen. «Die Bedingungen waren sehr schwierig», berichtet Christoph Sauser. Der Sigriswiler wäre gerne um den Sieg mitgefahren, aufgrund der Bedingungen entschliesst er sich aber, keine Risiken einzugehen. Den Siegercheck über 3500 Franken nimmt überraschend der Ostschweizer Thomas Litscher entgegen. Dass zahlreiche Spitzenfahrer für das Rennen gewonnen werden konnten, liegt daran, dass der Termin unmittelbar vor der Weltmeisterschaft ideal ausgewählt ist. In einer Woche werden im Wallis die Titelkämpfe ausgetragen. Die Schweizer gehören dort in einigen Disziplinen zu den Medaillenanwärtern. Stephan DietrichResultate Seite 26>

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