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Hat das Warten auf Frau Holle endlich ein Ende?

Tiefer gelegene SkigebieteDie technische Beschneiung rettet zurzeit den Skispass in den grossen Oberländer Wintersportorten. In tieferen Lagen bleibt der Wunsch nach Neuschnee. Gestern Nachmittag wurde dieser teilweise dann auch erfüllt.

In den grossen Skigebieten rettet im Moment der künstliche Schnee das Skivergnügen der Wintersportler (siehe Ausgabe vom Dienstag). Anders ist die Situation in tiefer gelegenen und kleineren Skigebieten. Dort haben die Anlagen wegen des Schneemangels zurzeit geschlossen – die Betreiber hoffen darum auf viel Naturschnee. «Mindestens 30 Zentimeter» «Die beiden grosse Lifte der Skilifte Aeschiallmend AG waren diese Wintersaison noch nicht in Betrieb. Immerhin konnte der Trainingslift Windegg bis zum Wärmeeinbruch am 5.Januar den Betrieb aufrechterhalten», sagt Stefan Grütter, Geschäftsführer von Aeschi Tourismus. Eine gute Bilanz ziehen könne man zum Betrieb des Trainingslifts Lucky im Dorf. «Mit einem kleinen Unterbruch konnten wir den Betrieb von Ende November bis am 5.Januar aufrechterhalten», so Grütter. Somit konnte für die Zeit mit der stärksten Nachfrage (Wochenenden, Weihnachten, Altjahrswoche und Ferienzeit) mit den beiden kleinen Liften «gerade den Familien mit Kindern ein recht gutes Angebot präsentiert werden», sagt der Geschäftsführer. Man hoffe nun auf entsprechend gute Bedingungen während der Sportferienzeit. «Wir hatten eine gute Altjahrs- und Neujahrswoche», sagt Ueli Stocker, Betriebsleiter der Skilift Rossberg AG in Oberwil. Während dieser Zeit haben man sowohl auf der Kunstschnee- wie auf der Naturschneepiste fahren können. Letztere habe man vor circa zehn Tagen schliessen müssen, während die Bedingungen auf der anderen nach wie vor tipptopp seien, sagt Stocker. «Nach den warmen Tagen freuen wir uns jetzt auf Schnee», ergänzt er. Der Skilift habe ab dem kommenden Samstag bis zu den Sportferien wieder durchgehend offen. Der Jaunpass mit fünf Skiliften (zwei davon für Kinder) gilt als ideales Familienskigebiet: «Leider haben wir seit dem 6.Januar geschlossen», sagt Peter Thöni, Kassier und Verwaltungsratsmitglied der Sportbahnen Jaunpass AG. Bereits vor Neujahr habe man einen der Skilifte wegen Schneemangels schliessen müssen. «Was wir jetzt brauchen, sind mindestens 30 Zentimeter Neuschnee», sagt Thöni. Bei den Sportbahnen Kiental AG war gestern telefonisch niemand erreichbar – alle Anlagen sowie der Schlittelweg und das Berghaus Ramslauenen sind zurzeit geschlossen. Das Gleiche gilt für den Skilift Faltschen in Reichenbach, wo die Anlage wegen wenig Schnee momentan geschlossen ist. Föhn und Sonne gegen Schnee Den kleinen Diemtigtaler Skigebieten auf der Grimmialp und auf dem Springenboden fehlt schlicht der Schnee. Föhn und Sonnenschein machten der Schneedecke den Garaus. Die längeren Lifte sind zu. Dafür setzt man in beiden Gebieten auf die kleinen Gäste. Die kurzen Kinderschlepplifte sind in Betrieb. Das Gelände ist dort dank Schneekanonen gut eingeschneit. Arthur Brand vom Springenboden erwartet auch diesen Samstag wieder zahlreiche Kinder, die in der Skischule Ski fahren lernen. Der Schnee fehle zwar, «Kinderlift und gute Verhältnisse über die Festtage haben uns die Saison jedoch gerettet», sagt er. Ähnlich die Situation auf der Grimmialp: Godi Erb, dem der Kinderskilift gehört, ist zufrieden. Die Genossenschaft Grimmialp-Bahnen kann jedoch kaum zufrieden sein und hofft auf Schneefälle in den kommenden Tagen. «Wir beschneien alles und haben darum seit Saisonbeginn jeden Tag offen», sagt David Wandfluh von der Gondelbahn Kandersteg-Oeschinensee AG. Auch der Schlittelweg bis ins Tal sei sehr gut befahrbar. Bis vor einer Woche war auch der Skilift Sunnbüel in Betrieb. «Vor einer Woche mussten wir jedoch die Anlage schliessen», sagt Betriebsleiter Walter Hari. Offen sei aber die Luftseilbahn Kandersteg-Sunnbüel, denn die Winterwanderwege seien geöffnet. «Jetzt hoffen wir auf viel Schnee – 5 Zentimeter würden nicht reichen!», sagt Hari. Schnee als einzige Hoffnung Auf der Axalp, wo Skifahrer freie Sicht auf den Brienzersee haben, kämpft man derzeit mit etwas harten Pisten. «Wegen der eisigen Pisten mussten wir den Dotzweglift schliessen», bedauert der Betriebsleiter Ueli Walthard. Gute Skifahrer kämen aber mit den harten Pisten an der Windegg gut zurecht. Trotzdem hofft Walthard auf Schnee. Auch am Beatenberg kämpft man mit den warmen Temperaturen der letzten Tage. Am Niederhorn und am Skilift Howald ist der Skibetrieb bis zum nächsten Schneefall eingestellt. Während das kleine Skigebiet in der Waldegg aber auf Skifahrer angewiesen ist, kann man auf dem Niederhorn mit der Situation leben. Der Betriebsleiter Bernhard Tschopp betont, dass das Niederhorn nicht nur für Skifahrer, sondern für alle Sonnenhungrigen ein beliebter Aussichtsberg sei. Ähnlich tönt es in Habkern: Die Skilifte sind wegen des Schneemangels vorübergehend geschlossen. Thomas Reusser, Verwaltungsratspräsident der Skilift AG Innereriz, war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Auf der Website des Skilifts war indes zu lesen, dass zwei von drei Anlagen zurzeit offen sind und eine von sechs Pisten befahrbar. In Blumenstein bleibt ebenfalls einzig die Hoffnung auf Frau Holle. Ab Tonband heisst es: «Wir hoffen, dass es Frau Holle gut mit uns meint und den Skilift auch diese Saison doch noch fahren lässt.» «Im Dezember konnten wir an zwei Wochenenden fahren, und zwischen Weihnachten und dem 2.Januar hatten wir ebenfalls offen», sagt Erika Leuenberger, Mitinhaberin des Skilifts Dreiligass in Homberg. Dieser liegt auf knapp 1000 Metern. «Es läuft nicht schlecht, jedoch hoffen natürlich auch wir auf mehr Schnee, vor allem für Februar, wenn wieder Ferien sind», sagt Leuenberger. Niemand erreichbar war gestern bei der Skilift AG Heimenschwand in Buchholterberg. Braun-grüne Matten, wo Skifahrer und Schlittler den Schnee geniessen sollten: In der Gemeinde Linden ist weit und breit kein Schnee in Sicht. Ebenso trist die Situation in Sigriswil: Die Skilifte Schwanden und Willerallmend sind zu. Dafür vermelden die Sigriswiler einen guten Zustand der Loipen im Justistal. Fazit der Umfrage: In den kommenden Tagen wartet viel Arbeit auf Frau Holle. Daniel FuchsSarah McGrath-Fogal >

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