Zum Hauptinhalt springen

Hartbelag soll Kosten senken

Unterseen/Beatenberg

Die im Dezember 1964 eingeweihte Staatsstrasse Unterseen– Beatenberg ersetzte von der ersten Wendeplatte an bis zum Restaurant Luegibrüggli die in den Jahren 1861 bis 1865 mit zehn engen Kurven gebaute Chienbergstrasse, die noch vorwiegend in ihrem ursprünglichen Zustand besteht. Nach 950 Metern bergwärts zweigt die Ruchenbühlstrasse ab. Sie zieht sich in einer Höhe von rund 800 Metern über Meer hinaus nach Ruchenbühl (oberhalb von Sundlauenen). Die Ruchenbühlstrasse wurde Anfang der Siebzigerjahre durch eine Genossenschaft nach Forstgesetz gebaut. Sie führt 2,5 Kilometer über Gemeindegebiet von Unterseen und 1,1 Kilometer über Beatenberger Gebiet. Die beiden Gemeinden übernahmen die Strasse im Jahr 2009. Hohe UnterhaltskostenDie Ruchenbühlstrasse ist Teil des Wanderwegnetzes und untersteht dem Bundesgesetz über Fuss- und Wanderwege (siehe Kasten). Das Gebiet Hohlen–Birchi–Ruchenbühl wird land- und forstwirtschaftlich genutzt. Die Strasse erschliesst zudem sechs ständig bewohnte Wohnhäuser und weitere sechs bis acht Ferien- und Weidehäuser. Jährlich fallen für die Gemeinde Unterseen rund 30000 Franken Strassenunterhaltskosten an (an denen sich Beatenberg gemäss Vertrag mit 25 Prozent beteiligt). Dazu kommen pro Jahr 8000 bis 12000 Franken für den Abschnitt auf Beatenberger Gemeindegebiet. Die Gründe: Die Fahrbahnoberfläche leidet unter der Winterräumung. Regen und zum Teil Hangwasser verursachen in der Folge massive Schlaglöcher. Planierkies wird regelmässig in den Wald oder in das angrenzende Kulturland geschwemmt. Sanierungsprojekt Nun liegt (noch bis zum 26.April) auf den Gemeindeverwaltungen Unterseen und Beatenberg ein vom Beatenberger Ingenieurbüro Urs Zimmermann ausgearbeitetes Sanierungsprojekt vor. Es sieht vor, die Ruchenbühlstrasse (inklusive Abzweiger gegen Wildrigen) mit einer Asphalttränkung zu versehen. Diese ist gegenüber einem konventionellen Belag wesentlich flexibler. Allfällige durch Frost oder schwere Lasten verursachte Risse schliessen sich in der Regel wieder von selbst. Bei späteren Unterhaltsarbeiten können Schäden mit einer weiteren Schicht Bitumen und Splitter problemlos saniert werden. Wanderweg-Ersatz Als Kompensation für die Streichung des Wanderweges Chienberg–Ruchenbühl aus dem kantonalen Richt- und Inventarplan «Wandern» wird die alte Aufstiegsroute «Üssere Berg» (ab der Manorfarm Unterseen) reaktiviert und neu in den Richtplan aufgenommen. Der Weg wird auf einer Länge von 270 Metern entlang der alten Route als einfacher Bergwanderweg (Breite 80 Zentimeter) wiederhergestellt (siehe Plan). Nicht saniert wird vorläufig der 950 Meter lange Abschnitt der Chienbergstrasse. Grund: Sie gilt als historischer Weg von nationaler Bedeutung, untersteht dem Bundesgesetz über Natur- und Heimatschutz (NHG) und geniesst somit besonderen Schutz. Es soll deshalb eingehend geprüft werden, welche Sanierungsmöglichkeiten sich mit der historischen Bausubstanz vertragen. 380000 FrankenDie Kosten für die Sanierung der Ruchenbühlstrasse und die Wiederherstellung des Wanderweges belaufen sich auf insgesamt 380000 Franken. 234000 Franken wird Unterseen und 146000 Franken Beatenberg zu berappen haben. Ueli Flück>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch