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Hart, aber lohnend: Die Sache mit dem Armband

LangnauZum dritten Mal hat am Freitagabend das Neo-1-Bierfest in der Kupferschmiede stattgefunden. Dabei waren wie bereits letztes Jahr sogenannte Alkohol-Schutzengel im Einsatz, welche die Besucher mit Preisen und Vergünstigungen vom Alkoholkonsum abhalten wollten.

Kalt war es am Freitagabend vor der Langnauer Kupferschmiede. Trotzdem liessen sich die drei Schutzengel nicht davon abhalten, den eintreffenden Besucherinnen und Besuchern vor der Kupferschmiede abzupassen und sie zu einem alkoholfreien Abend und somit einer sicheren Heimfahrt mit dem Auto zu überreden. «Gut zehn Prozent aller Besucher machen bei dieser Aktion mit», erklärt Oresta Räfle, die Chefin der drei «Engel», die im Auftrag des Blauen Kreuzes stehen. Die Sache mit dem alkoholfreien Abend lässt sich einfach erklären. Die teilnehmende Person kommt zum «Be my angel tonight»-Stand und bekommt ein spezielles Armband umgebunden. Dieses berechtigt für die Dauer des Abends zum Konsum aller alkoholfreien Drinks zum halben Preis. Weiter wird an jedem Anlass aus den Teilnehmenden eine Städtereise für zwei Personen verlost; überdies gibt es auch noch zehn Gutscheine zu je 50 Franken fürs Tanken beim Coop-Pronto. Ein wachsames Auge Für die Fahrer präsentiert sich die Angelegenheit also eigentlich recht rentabel. Was aber, wenn ein Teilnehmer trotz Verpflichtung zur Abstinenz zu einem alkoholischen Getränk greift? «Da kennen wir leider keine Gnade», erklärt Oresta Räfle. «Wir merken uns die betreffenden Personen, und am Schluss haben diese dann natürlich weniger bis gar keine Chance auf einen Preis.» Weitere Sanktionen sind nicht vorgesehen, obwohl sich die Leute ja eigentlich mit einem alkoholfreien Abend einverstanden erklärt haben. Für Neo1 hat die Präventionsarbeit des Blauen Kreuzes einen festen Platz beim alljährlichen Bierfest. Auch an diesem Freitagabend machen rund 40 Leute beim Engel-Projekt mit und verzichten mit Unterschrift auf Alkohol. Trotzdem erwischt Oresta Räfle prompt einen Besucher mit Engel-Bändeli, der gerade ein Bier trinkt. «Der hat nun halt Pech», sagt die Einsatzleiterin mit einer Mischung aus einem Schmunzeln und einer etwas enttäuschten Miene, und Denise Oesch, Praktikantin beim Blauen Kreuz, erklärt: «Die Leute handeln in erster Linie auch in Selbstverantwortung, wir können nicht alles zu 100 Prozent kontrollieren.» Oresta Räfle ergänzt: «Früher gab es bei vielen Partys einen Stand, wo man am Schluss ins Röhrchen blasen und schauen konnte, ob man noch fahrtüchtig ist.» Diese Einrichtung habe sich aber als nicht besonders wirkungsvoll herausgestellt. Viele Besucher hätten dabei nämlich bloss herausfinden wollen, wie viel sie in sich hineinschütten konnten, um gerade noch fahren zu dürfen. Alles in allem zufrieden Alles in allem können die drei Leute vom Blauen Kreuz mit dem Abend zufrieden sein. «Diesmal haben zwar etwas weniger Leute an unserem Projekt teilgenommen, aber es ist trotzdem eine tolle Sache», lautet der Kommentar von Oresta Räfle. Wer weiss – vielleicht, weil die Tigers soeben eine ärgerliche Niederlage eingefahren haben und die Leute nach Hause gegangen sind, ohne auch noch das Bierfest zu besuchen? Die Kupferschmiede war jedoch ziemlich gut besetzt, und die sieben regionalen Brauereien konnten ihre Bierkreationen unter dem Patronat von Radio Neo1 an die Leute bringen – trotz der Engel, die auf Alkohol verzichteten oder es doch zumindest versuchten.Manuel Trummer>

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