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Gut ist nicht ganz gut genug

Die Schweiz ist im Eröffnungsspiel den USA 1:3 unterlegen. Den einzigen Treffer für den Aussenseiter schoss Roman Wick.

Der NHL-Betrieb ruht wegen der Olympischen Spiele nur kurz, auf die Eröffnungsfeier wurde keine Rücksicht genommen. Dennoch war am letzten Freitag der Amerikaner Jack Johnson als erster NHL-Profi dabei gewesen. Er liess sich im Privatjet von Los Angeles nach Belingham im Norden der USA fliegen und von dort mit einer Limousine nach Vancouver chauffieren. «Es war bei weitem das coolste Erlebnis in meinem Leben und jede Sekunde der langen Reise wert.» Gestern stand für den 23-Jährigen dann die Eröffnungspartie des olympischen Eishockeyturnier auf dem Programm. Und wieder war es eine erfreuliche Angelegenheit. Die USA schlugen die Schweiz 3:1. In der durch hohes Tempo und wenige Unterbrüche geprägten Anfangsphase hatte die Mannschaft von Ralph Krueger sehr gut ausgesehen. Die Schweizer liessen ein klares Konzept erkennen, sie spielten gradlinig, körperbetont und suchten rasch den Abschluss – genau so, wie man auf den schmaleren nordamerikanischen Eisfeldern agieren muss. «Miller Time» Trotzdem gerieten sie durch einen ansatzlosen Schuss Bobby Ryans 61 Sekunden vor der ersten Sirene in Rückstand. «Das war vorentscheidend, denn danach fielen wir aus dem Rhythmus und lieferten ein schwaches Mitteldrittel ab», sagte nach dem Match Yannick Weber. Der Berner sah beim 2:0 schlecht aus: Thierry Paterlini sowie SCB-Flügel Ivo Rüthemann scheiterten in der der 26. Minute aus bester Position an Keeper Ryan Miller, worauf sich David Backes den Puck schnappte, in horrendem Tempo das Spielfeld überquerte, Weber überlief und zum 2:0 traf. Nicht nur in dieser Szene liessen die Eidgenossen gute Chancen aus. Manchmal verfehlten sie aus aussichtsreicher Position das Tor wie Julien Sprunger in der 30. Minute, doch meistens war «Miller Time». Der US-Goalie hatte diesen Slogan vor dem Match von seiner Maske entfernen müssen, weil ein Bierproduzent diesen Spruch benutzt und Werbung auf der Ausrüstung nicht erlaubt ist. «Noch frecher sein» Im letzten Abschnitt bemühten sich die Schweizer, den 0:3-Rückstand wettzumachen. Sie kreierten etliche gute Einschussmöglichkeiten. Und nach 50 Minuten war es soweit: Roman Wick traf im Powerplay. In der Schlussphase war Kruegers Equipe mehr als ebenbürtig, doch es gelang den Amerikanern, den Vorsprung zu verwalten. Das Spiel gebe Mut, meinte Weber. «Wir waren nahe dran; wir müssen künftig aber die Anzahl Fehler reduzieren und unsere Chancen konsequenter nutzen.» Obwohl kein Punktgewinn resultierte, machte die helvetische Auswahl einen guten Eindruck. Die Schweizer waren über weite Strecken ordentlich organisiert, steckten harte Checks ein und zahlten mit selber Münze zurück, und vor allem bewiesen sie Moral. Morgen gegen Gastgeber Kanada dürfte die Aufgabe noch schwieriger werden. «Wir müssen noch frecher sein, mit gut Mitspielen gewinnt man gegen Kanada nicht», sagte Torschütze Wick. Adrian Ruch, Vancouver >

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