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«Grundsätzlich interessant»

Ist es ein Sakrileg, über eine Fusion der beiden Städte Bern und Köniz nachzudenken? Der Könizer SP-Grossrat Harald Jenk wagt es.

Herr Jenk, was löst der Gedanke an eine Fusion zwischen Bern und Köniz in Ihnen aus? Harald Jenk: Grundsätzlich einmal Interesse. Man sollte die Offenheit haben, über alle Optionen seriös nachzudenken. Sie finden, man sollte sich auch im engeren Agglomerationsgürtel mit Fusionen beschäftigen, um den Grossraum Bern als Wirtschaftsstandort zu stärken? Das ist eine wichtige Zukunftsfrage. Oft lässt man sich aber dazu hinreissen, bereits das Wort Fusion in den Mund zu nehmen, ehe man sich im Klaren ist, welches Problem man damit lösen möchte. Dabei sollte man meines Erachtens genau umgekehrt vorgehen: die Problemlagen genau benennen und sich dann überlegen, welches der geeignete Weg ist, sie zu überwinden. So gesehen halte ich es für falsch, eine Fusion selbst zwischen Bern und Köniz von vornherein auszuschliessen. Aber auch, in ihr schon jetzt den richtigen Weg in die Zukunft zu sehen. Was halten Sie von Berns Stadtpräsident Alexander Tschäppäts Vorschlag, Köniz solle sich mit den Gemeinden im engeren Agglomerationsring zusammenschliessen, um mit Bern auf Augenhöhe zu sein? Das halte ich für eine absurde Idee. Wo wäre das Zentrum einer solchen Ringgemeinde? Ich glaube, man muss von der zu simplen Vorstellung wegkommen, Bern sei von einem Speckgürtel steuergünstiger Gemeinden umgeben. Die Unterschiede beim Steuerfuss sind in vielen Fällen – etwa im Vergleich Bern–Köniz, fast gar nicht spürbar. Womit auch ein Fusionshindernis aus dem Weg geräumt wäre. Schon. Aber geringe Steuerunterschiede allein sind auch kein Fusionsgrund. Die Fusion müsste ja etwas bringen – und bezüglich Einsparungen macht man sich da ja oft falsche Vorstellungen. Kommt eine kleine zu einer grossen Gemeinde, erwarten Bürgerinnen und Bürger, dass der meist bessere Service der grossen Gemeinde übernommen wird. Der Spareffekt bleibt damit sehr klein. Interview: Jürg Steiner >

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