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Gross-Wasserkraftwerke sind jetzt kein Tabu mehr

FrutigenAn der Delegiertenversammlung des Bernisch Kantonalen Fischerei-Verbandes wurde über den sinnvollen Umgang mit Wasserkraft-

«Ist es grundsätzlich richtig, jede Produktionsstätte von Strom aus Wasserkraft zu bekämpfen?», fragte Markus Meyer, Präsident des Bernisch Kantonalen Fischerei-Verbandes, an der Hauptversammlung im Tropenhaus in Frutigen. Meyer kam sofort auf die Tagesereignisse und deren Bezug zum BKFV zu sprechen. Der Mehrverbrauch an elektrischer Energie von jährlichen zwei Prozent sei eine Tatsache im Land und mit keinen Illusionen von einer 2000-Watt-Gesellschaft oder persönlichen Einschränkungen zu stoppen. Die Ursachen lägen im ökonomisch notwendigen Wirtschaftswachstum und in der Zuwanderung von Menschen begründet. «Wir Fischer müssen, und haben es getan, Ja sagen zum Bau oder zu Erweiterungen von Grosswasserkraftwerken. Eine Bedingung für unser Ja ist aber damit verbunden: Die ökologische Gesamtbilanz muss stimmen», leitet der Präsident seinen Bericht zum Projekt KWO Plus ein. Dem dreistufigen Ausbau der Wasserkraftnutzung an der Grimsel habe der Vorstand in der Vernehmlassung dank guter Zusammenarbeit in der Begleitgruppe und nachhaltigen Resultaten zugestimmt. «Drei Ausbaukonzessionen werden erteilt, der BKFV wird dagegen keine Einsprachen erheben», erklärt Meyer. Der jährliche freiwillige Einsatz der Verbandsmitglieder für den Gewässer- und Umweltschutz von ausgewiesenen rund 60000 Arbeitsstunden im Kanton Bern habe sich gelohnt. Die mit der KWO ausgehandelten Renaturierungs- und Schutzmassnahmen entlang der Ufer und die neu geregelten Restwasserdotationen dienten der Gesamtbevölkerung und den Fischern. Von einem andern Kaliber sei die Problematik der Kleinstkraftwerke, die oft auch an ungeeigneten Orten, meist privat und nicht mit Blick auf das ökologische Gleichgewicht, geplant und gebaut würden. «Dagegen werden wir uns weiterhin einsetzen», so der Präsident der Fischer. «Ein Sturz im Druckstollen schon von 30 Metern oder der Durchfluss durch eine Peltonturbine führen zum Tod aller Fische und zu Fischpüree, das wollen wir wohl alle nicht», bekräftigt der passionierte Angler. Es bestünden heute bereits fischschonende Techniken für Kleinstkraftwerke und weitere stünden in Erprobung, erfuhren die Teilnehmer. «Solche müssen wir unterstützen und gutheissen», forderte Meyer. Die verbandsinternen Verhandlungen konnten knapp und effizient erledigt werden. Auch die im Vorfeld Konfliktstoff und heisse Diskussionen versprechenden Anträge aus der Reihe der Mitgliedervereine, so der Antrag zum Verbot des Fischens mit Echolot auf Bergseen oder die zeitliche Einschränkung der Tagespatente, konnte der Präsident diskussionslos zur Abstimmung bringen. Beides wurde von der Versammlung abgelehnt. pd>

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