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Grossaufmarsch der unzufriedenen Lehrkräfte

BildungRund 5000 Berner Lehrerinnen und Lehrer

Spiegelt der Aufmarsch der Demonstranten das Ausmass der Probleme, dann hat der Kanton Bern ein grosses Problem. Rund 5000 Lehrerinnen und Lehrer versammelten sich gestern vor dem Rathaus, um gegen fehlende Perspektiven, unangemessene Entlöhnung und den überladenen Berufsauftrag zu demonstrieren. Als Martin Gatti, Präsident des Berufsverbandes Lebe, seine Rede eröffnete, lauschte ihm rund ein Drittel aller Lehrkräfte des Kantons. Weniger Lohn, mehr Arbeit Während ein Primarlehrer mit zehn Jahren Berufserfahrung im Jahr 1996 noch rund 6700 Franken verdiente, seien es heute nur noch 6200 Franken. Teuerungsbereinigt würde das laut Berechnungen des Verbandes Lebe einem Lohnabbau von fast 17 Prozent entsprechen. Zudem seien die Anforderungen an in den letzten Jahren stark gestiegen. Adrian Bhend, langjähriger Lehrer in Zuzwil, gab vor Ort einen persönlichen Einblick in die Veränderungen: «Die Freizeit, wie ich sie vor zehn, zwanzig Jahren noch hatte, ist heute unvorstellbar.» Elterngespräche, Sitzungen, Berichte und Kollegiumsanlässe würden immer mehr Zeit beanspruchen. «Die Fakten liegen auf dem Tisch», rief Martin Gatti in die Menge und gab sich dabei betont kämpferisch: «Diesmal werden wir die Transparente nicht einfach zusammenrollen und in eine Ecke stellen. Die Politik muss jetzt handeln.» Unter tosendem Applaus stellte er die Forderungen des Lehrerverbandes und der Gewerkschaft VPOD vor: Wiedereinführung der garantierten Lohnentwicklung, Senkung des Pflichtpensums sowie kleinere Lerngruppen. Bereits für das kommende Jahr erwarte man den vollen Teuerungsausgleich und ein individuelles Lohnsummenwachstum von 1,5 Prozent. Das unschöne Wort «Streik» Gehe der Grosse Rat nicht auf die Begehren ein, sei man laut Gatti durchaus bereit, drastischere Massnahmen zu ergreifen. Das laut eigener Aussage «unschöne Wort ‹Streik›» mochte er jedoch nicht aussprechen. «Wir haben den Mut weiterzukämpfen, und wir werden die geeigneten Mittel finden, um unser Recht einzufordern.» Christian Zeier >

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