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Gerüchte um Pferdezentrum

FrutigenIm Kandertal kursieren Gerüchte, wonach sich der Betreiber des Pferdezentrums nicht an die Vorgaben des Tierschutzes halte. Eine Kontrolle ergab, dass einzelne Tiere in zu kleinen Boxen gehalten werden.

Die Gerüchte sind in Frutigen angeblich nichts Neues – viele wollen davon wissen, dass im Betrieb des Pferdezentrums nicht alles mit rechten Dingen zu- und hergehe. Nur: Mit klaren Aussagen und Namen will niemand in der Zeitung erscheinen. So sagt etwa ein Landwirt: «Der Betreiber versteht es ausgezeichnet, sich in der gesetzlichen Grauzone zu bewegen.» Sein Vorwurf richtet sich an Felix Schmid. Der Besitzer des Pferdezentrums Frutigen soll unter anderem die Pferde auf zu engem Raum halten. Der Augenschein vor Ort Ein Augenschein vor Ort zeigte vergangene Woche, dass sich eine grosse Rappenstute in ihrer höchstens 2,5 Meter breiten und 3 Meter tiefen Aussenbox tatsächlich kaum richtig umdrehen konnte. In einem gleich grossen Nachbargehege standen drei kleine Ponys, daneben zwei weitere grosse Schimmel. Eine Pferdehalterin und erfahrene Reiterin aus der Region kennt die Verhältnisse im Pferdezentrum ziemlich gut – und spricht Klartext: «Mein eigenes Pferd würde ich niemals im Pferdezentrum unterbringen. Die Tiere haben dort zu wenig Auslauf, und es ist viel zu eng. Ich frage mich, ob der Betreiber überhaupt ein Auslaufmanagement hat und über ein vernünftiges Auslaufjournal verfügt.» Staatsanwalt wird informiert Dem Veterinärdienst ist der Betrieb von Felix Schmid bekannt. Kantonstierarzt Reto Wyss: «Unsere Leute kontrollierten das Pferdezentrum in der Vergangenheit bis zu zweimal pro Jahr. Bei einer solchen Kontrolle zeigte sich, dass der Betreiber zu grosse Pferde in zu kleinen Boxen und Ponys ohne Sicht nach aussen hält.» Schmid sei auf die Mängel aufmerksam gemacht worden und habe die Missstände dann korrigiert. Wyss ergänzt: «Schmid ist ganz sicher kein Tierquäler. Die Kontrollkommission für umweltschonende und tierfreundliche Landwirtschaft würde uns sofort orientieren, wenn gravierende Mängel vorliegen würden.» Trotzdem ordnete der Kantonstierarzt aufgrund der Anfrage dieser Zeitung jetzt eine polizeiliche Kontrolle an. «Diese hat ergeben, dass tatsächlich wieder Mängel im minimalen Platzangebot bestanden», wie Reto Wyss sagt. Daniela Sigrist, Sprecherin der Kantonspolizei Bern, bestätigte auf Anfrage, dass die Kontrolle am vergangenen Freitag stattgefunden habe: «Die gemachten Feststellungen werden der zuständigen Staatsanwaltschaft rapportiert.» Auch die Gemeinde ist aktiv Gegen den Betrieb kursieren noch weitere Gerüchte: So soll er den Verkauf der Pferde grösstenteils ohne Deklarierungen und Verträge tätigen, um steueramtliche Verfolgungen zu vermeiden. Der Betreiber habe Inserate unter seinem Privatnamen in der «Tierwelt» und anderen Medien publiziert, um so den Handel am Fiskus vorbei zu tätigen. Ausserdem würden die Angestellten auf dem Hof ohne jegliche Lohnabrechnung, AHV und Steuerabgaben – also schwarz – arbeiten. So lauten die Vorwürfe in einem Schreiben an die Gemeinde, welches dieser Redaktion vorliegt. Frutigens Gemeinderatspräsident Rudolf Egger kennt die Probleme um das Pferdezentrum: «Wir haben das kantonale Veterinäramt schon wiederholt auf gewisse Missstände aufmerksam gemacht. Wenn wir wie in diesem Fall von steuerlichen Verfehlungen vernehmen, sind wir verpflichtet, diesen über die Steuer- und Finanzverwaltung nachzugehen. Dies wird jetzt geschehen.»Bruno Petroni>

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