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Genauere Prüfung der Projekte

In der Swingerclubaffäre haben sich Pro Helvetia und die Politik ausgesprochen. Doch die Sache ist wohl noch nicht gegessen.

«Wir hatten die Chance, unsere Argumente darzulegen.» Mario Annoni, Stiftungsratspräsident der Pro Helvetia, ist nach der Aussprache mit der nationalrätlichen Kulturkommission WBK zufrieden. Zuversichtlich äussert sich auch der Präsident der WBK, Lieni Füglistaller (SVP, AG): «Die Meinungen der Mitglieder darüber, was Kunst ist, fielen zwar kontrovers aus, doch insgesamt war es ein konstruktives Gespräch, das die Wogen wieder einigermassen geglättet hat.» Jene hohen Wogen hat im Februar der Basler Konzeptkünstler Christoph Büchel verursacht: Bei einer Kunstaktion in Wien präsentierte er unter anderem einen live bespielten Swingerclub. Die Schweizer Stiftung Pro Helvetia unterstützte die Ausstellung mit 15000 Franken, was in gewissen politischen Kreisen für Empörung sorgte und ungute Erinnerungen an den Pariser Hirschhorn-Skandal weckte. Damals hat die Politik der Pro Helvetia als Konsequenz 1 Million Franken des Budgets gekürzt. «Dieser Fall ist nicht mit der Hirschhorn-Affäre vergleichbar», relativiert Füglistaller. «Hier wurden keine Persönlichkeitsrechte verletzt.» Dennoch fühlte sich mancher durch Büchels Swingerclubaktion peinlich berührt. Deshalb soll die Pro Helvetia künftig nicht nur die künstlerische, sondern auch die gesellschaftliche Dimension von Kunstprojekten genauer unter die Lupe nehmen. Entsprechende Massnahmen seien bereits eingeleitet worden, wie Annoni bestätigt. Ist die Sache damit also gegessen? Für die WBK schon, doch nicht für alle Parlamentarier. Wie aus gut unterrichteten Quellen zu vernehmen ist, überlegen sich CVP-Exponenten, im Rahmen der Budgetdebatte einen Antrag auf Kürzung des Budgets der Pro Helvetia zu stellen.lm >

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