Vier Oberländer meisterlich

Skibockfahrer kämpften

in Saanenmöser um Titelehren. Mit ihren Geräten dürfen sie sonst nicht auf die Piste. Oberländer siegten.

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23 Fahrerinnen und Fahrer kurvten durch ebenso viele Tore: Am Lätzgüetli-Lift, Saanenmöser, war ein Riesenslalom ausgesteckt worden, den Damen und Herren in der gleichen Kategorie absolvierten. Die Kinder und Erwachsenen starteten in vier Altersklassen. Nach zwei Durchgängen standen die Schweizer Meister fest – drei Kategoriensieger stammen aus Adelboden: der 9-jährige Reto Müller, der 16-jährige David Müller und der 20-jährige Simon Meister. Bei den Älteren gibt es mit Fritz Reichenbach einen Gstaader Schweizer Meister.

Böcke der Marke Eigenbau

«Ich habe einen holzigen Skibock mit Federung», beschreibt Johann Hari sein Modell. Der 20-jährige Adelbodner baute ein paar Tage an seinem Skibock. Die Idee dazu übernahm er von einem Arbeitskollegen. Simon Meister, ebenfalls aus Adelboden, ist von seiner Stahlkonstruktion überzeugt: «Da ich Metallbauer bin, baute ich vor zwei Jahren einen Skibock aus Stahl. Ich bin überzeugt, dass eine Stahlkonstruktion am schnellsten ist.» Die Zeitmessung gibt dem Metallbauer Recht: Simon Meister ist der Schnellste sämtlicher Kategorien! Seit acht Jahren werden Skiböcke auch industriell hergestellt. 379 Franken kostet das zusammenlegbare Modell «Balancer» für jene, die den Skibock nicht selber bauen können oder wollen.

«Das Skibockfahren habe ich mir selber beigebracht», erklärt Sepp Inniger aus Frutigen. Sein Vater machte den Skibock, dann ging Simon üben. Der 14-Jährige fährt in Adelboden oder an Elsigen. Für den 10-jährigen Mario Reichenbach baute sein Onkel einen Skibock mit Federung. «Im Winter mache ich den Schulweg mit dem Skibock», sagt der Gstaader Schüler. Mit dem Skibock geht es dann querfeldein. Die 9-jährige Daniela Germann aus Adelboden fährt mit ihren älteren Brüdern. Die haben der Schwester den Skibock gebaut.

Nur Tempo 30

«Skiböcke sind normalerweise von der Skipiste verbannt», weiss Schweizer Meister und OK-Chef Fritz Reichenbach. Einzig auf Schlittelwegen oder in Mischzonen für Skifahrer, Snowboarder, Schlittler und Fussgänger seien sie im Skigebiet erlaubt. Doch dort herrsche die Tempo-30-Limite. «Das fägt nid!», finden jüngere Skibockfahrer. Die erlaubte Trainingsmöglichkeit für talentierte Fahrer ist die Teilnahme an den drei bis vier organisierten Skibockcup-Rennen. Diese fanden dieses Jahr in den Kantonen St.Gallen, Graubünden sowie im Berner Oberland statt. Fritz Reichenbach wünscht sich, mit Verantwortlichen der Skus (Schweizerische Kommission für Unfallverhütung auf Schneesportabfahrten) ins Gespräch zu kommen. Eine Kontaktaufnahme mit der Skus, den Seilbahnen Schweiz oder Gstaad Mountain Rides sei bisher erfolglos gewesen. «Es sollte doch möglich sein, auf anspruchsvollerem Gelände den Skibock fahren zu dürfen», findet der Schweizer Meister aus Gstaad. Susi Heiniger

•www.skibock.ch

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Erstellt: 09.03.2010, 00:32 Uhr

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