Traumwetter für Tante Ju – aber Conny fehlte

UnterbachAm Nostalgie-Tag auf dem Flugplatz Unterbach fanden wie angekündigt Rundflüge mit der Ju-52-3M statt – aber keine Landungen der Super Constellation HB-RSC mit Begleithelikopter.

Es herrschte Traumwetter am Samstag – ideal für einen gemütlichen, 40-minütigen Rundflug über die prächtige Haslitaler Bergwelt mit der «Tante Ju» für 200 Franken. Zahlreiche Besucher nutzten am Nostalgie-Tag, organisiert von Haslital Tourismus und dem Flugplatz Unterbach, die günstige Gelegenheit und flogen mit dem Grindelwalder Kapitän Ruedi Rubi im Schneckentempo über Brienz und den See, bevor er die Maschine über die Alpengipfel hinaufdrehte. Die drei 9-Zylinder-BMW-Sternmotoren mit je 650 PS brüllten beim Start in tiefem Bass und liessen die Zuschauer mit aufgestellten Nackenhaaren und klickenden Fotoapparaten am Pistenrand zurück. Zwischen den Starts und Landungen besichtigten die Besucher einen Tiger F5, setzten sich ins Cockpit oder verfolgten die Akrovorführung eines Privatpiloten mit einem gelben, fast antiken Bücker 131-Doppeldecker mit Baujahr 1939. Weniger erfreut waren die Besucher über das Fehlen des viermotorigen Propellerflugzeugs Conny, das aus einem Flugzeugfriedhof in Kalifornien geholt und wieder flugtauglich gemacht worden war und unter Flugzeugfreaks als Legende gilt. Urs Morgenthaler, Präsident des zuständigen Vereins Super Constellation Flyers erklärte: Der Verein sei Besitzer der Connie und habe die Renovations- und Unterhaltsarbeiten veranlasst respektive in Fronarbeit geleistet, um die Maschine künftig für Passagierflüge tauglich zu machen. Vor der Zulassung ist eine umfangreiche Abnahme durch das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) notwendig. Dass dabei eine Mängelliste resultiert, war allen Beteiligten klar. Nur war der Zeitplan zu knapp, um die drei Beanstandungen noch vor dem Einsatz in Meiringen zu beheben. Morgenthaler stellte als Trost für die vergebens angereisten Fans eine Landung im September in Aussicht. Die erste hochalpine Rettung auf dem Gauligletscher mit zwei Fieseler-Störchen im November 1946 war eine Weltsensation. Roger Cornioley, Vorstandsmitglied des Historischen Vereins des Kantons Bern, ist gebürtiger Meiringer und hat die damaligen Ereignisse unter dem Titel «Dakota-Absturz» nachgezeichnet. In einem mit viel authentischem Ton und Bildmaterial angereicherten Vortrag liess er die dramatischen Tage bei den jungen und älteren Besuchern nochmals aufleben. Beat Jordi >

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