Ein Spitzenspiel zum Jubiläum

Die Handballgruppe Bödeli gibt es seit 50 Jahren. Zum Auftakt der Jubiläumsfeierlichkeiten fand auf der BZI-Sportanlage in Matten ein Nostalgiespiel der Ehemaligen statt. Vorher duellierten sich Wacker Thun und Sélestat Alsace.

Die Handballveteranen vom Bödeli traten am vergangenen Samstag nochmals gegeneinander an: Kurt Borter stellte aus dem vorhandenen «Spielermaterial» zwei Grossfeld-Teams wie zu Gründerzeiten zusammen. Der Mann mit der weiss-violetten Künstlerfrisur tat dies optimal. Die Nostalgie-Equipen Weiss und Schwarz trennten sich am Schluss nach einem ausgeglichenen Spiel 10:10. Schwarz wurde von Gründungsmitglied Hans Langlois, Weiss von Gründungsmitglied Paul Dietrich gecoacht. Ein Thuner Oldie-Schiedsrichter-Paar mit internationaler Erfahrung durfte da natürlich nicht fehlen. So gewandt wie mit dem schweren Unsprunnenstein wusste Peter Michel auch mit dem kleinen Handball umzugehen. Er habe bei Bödeli jeweils als Rechtshänder hinten links gespielt, verriet der 39-jährige Schreinereibesitzer. «Es hat Spass gemacht, und es war schön, wieder einmal die ehemaligen Mitspieler zu sehen», freute sich der hünenhafte Zweimetermann. Der glitschige runde Ball sei beinahe schwerer zu fassen gewesen als der unförmige Unspunnenstein, frotzelte der zweifache Torschütze. Auch der Gsteigwiler Martin Heim wusste das Zusammentreffen mit den Ehemaligen zu schätzen. Heim, im VBS bei Bundesrat Ueli Maurer Vizepersonalchef, hat zwischenzeitlich bei Wacker Thun in der NLB gespielt. Darauf, ob sie als einzige Frau im Team Schwarz keine Berührungsängste habe, meinte Frauentrainerin Nanette Bhend schlagfertig: «Nein, das sind doch alles alte Hasen, die ich sehr gut kenne!» Schwer zu kontrollierenAuch das Herz von Simon Margot, dem «Stadtpräsidenten» von Unterseen, scheint für den Handballsport zu schlagen. Dies kam später auch in seiner Ansprache beim Festakt zum Ausdruck. Margot ist beim Plausch-match bei den Schwarzen mit einem Znünikorb eingelaufen. «Schade, dass es so nass war. Der Ball war dadurch nur schwer zu kontrollieren», bedauerte der Captain der Mannschaft, welche 1979/1980 in die NLB aufgestiegen war. War das der Grund, dass der Stapi den Plauschmatch nach einem Kurzeinsatz mit seinem Znünikorb lieber auf der Ersatzbank mitverfolgte? Gründungsmitglied Hans Langlois hat als Coach der Schwarzen folgende Taktik durch gegeben: 1. Von A bis Z Freude haben. 2. Ja keine Unfälle bauen. Vereinspräsident Stefan «Stifu» Schneider, der noch im 2.-Liga-Fanionteam mitspielt, stellte fest, dass er viele Ehemalige beim Nostalgiespiel das erste Mal sehe. Gegen die Franzosen Mit dem Freundschaftsspiel BSV Wacker Thun gegen die französische Profi-Equipe Sélestat Alsace Handball bekam die Bödeli Handball-Festgemeinde für einmal Spitzenhandball zu sehen. Wacker, der grosse Bruder von der HG Bödeli, kam gegen die Elsässer vorerst nicht auf Touren. Der französische Zweitdivisionär führte bis zur Pause mit bis zu einem halben Dutzend Treffern Vorsprung. Mit einer begeisternden Aufholjagd stellte das Team von Trainer Martin Rubin beim Stande von 24:24 erstmals den Ausgleich wieder her. Borna Fanic avancierte mit einer klaren Leistungssteigerung zum Topskorer. Auch Sandro Badertscher, als sicherer Penaltyschütze, der junge Linder und Torhüter Marc Winkler wussten im noch in der Saisonvorbereitung steckenden Ensemble zu überzeugen. Letztendlich schaute ein gerechtes 31:31 Unentschieden heraus. Weil Präsident Stefan Schneider, der als Moderator fungierte, beim Ankündigen der Festredner immer wieder darauf hinwies, dass die Festgemeinde Hunger hat, ist der Festakt effizienter als gewöhnlich über die Bühne des Kirchgemeindehauses Matten gegangen. Seiler war Festredner Alt-Nationalrat Hanspeter Seiler, ein Mitgründer der HG Bödeli, fesselte die Zuhörer mit einem Feuerwerk von virtuoser Rednerkunst. Der Co-OK-Präsident des Eidgenössischen Jodlerfestes Interlaken stellte unter grossem Gelächter fest, dass die Handballer neben dem ganzen Körper auch den Kopf einsetzten. Stadtpräsident Simon Margot erinnerte daran, dass Bödeli früher einmal der Angstgegner von Wacker war. Aus den Händen von Wacker-Präsident Heinz Widmer durfte Amtskollege Stefan Schneider eine Jubiläumsurkunde entgegennehmen. Der Auftritt der zwölf anwesenden Gründungsmitglieder war der Höhepunkt des Festaktes. Nach dem Galabankett spielten die Familie Gantenbein und Jargon mit OK-Präsident Urs Hofer auf. Peter Russenberger >

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