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Geduldig Dose um Dose signiert

TRUBSCHACHENKunst als Mittel zum Genuss: Die neue Künstlerdose von Kambly wurde von Sammlern und Geniessern sehnsüchtig erwartet. Dieses Jahr hat Chen Jianghong die Dosen designt.

Firmenchef Oscar A.Kambly sagte in seiner Begrüssung, die Kambly Art Collection sei lediglich sein Hobby. Eines, das ihm lieb und teuer zu sein scheint, wird doch seit 1989 jedes Jahr ein renommierter Künstler eingeladen, die spezielle, in limitierter Auflage herausgegebene Bretzelidose zu gestalten. Jean Tinguely war der Erste. Er habe ihn auf die Idee gebracht, sagte Kambly. Für ihn passten Gaumengenuss und Augenschmaus ideal zusammen. Erste Vernissage Zum ersten Mal wurden Lieferanten, Kunden, Leute aus der Kunstszene wie auch Freunde und Bekannte zur Vernissage eingeladen. Dieses Jahr wurde mit Chen Jianghong ein in Paris lebender Chinese zum Designer erkoren. Deshalb brachte China-Kenner und Kunstsammler Uli Sigg dem Publikum die chinesische Gegenwartskunst näher. Er kam 1980 als Geschäftsmann ins Reich der Mitte und besitzt heute die grösste Sammlung zeitgenössischer chinesischer Kunstwerke. «Nach Maos strenger Zensur mussten sich die Künstler erst zu einem eigenen Stil durchringen», berichtete Sigg. China täte sich heute noch schwer mit der Ablösung von traditionellen Ausdrucksformen. Moderne Bilder seien kleine Revolutionen, Versuche, die Welt zu verändern. Gott ist Künstler Ganz locker und witzig gab sich indes der Künstler Chen Jianghong selber. Er sei in jungen Jahren «auf der Suche nach dem Glück» auf der Kunstakademie in Paris gelandet. Seither sei die Seinestadt seine Heimat. Kambly-Bretzel hätte er auf der Schokoladenmesse kennen und lieben gelernt. Er möchte gar nicht als Künstler angesprochen werden, meinte er bescheiden, Gott sei Künstler und Kunst etwas Grossartiges. Er dagegen sei Freischaffender und immer auf der Suche nach Perfektion. Die von ihm gestaltete Dose lässt auf dunkelrotem Grund einen Blumengarten spriessen. Es könnten Chrysanthemen sein. Mit dem wischfesten Filzstift signierte Chen Jianghong geduldig Dose um Dose, in chinesischen Schriftzeichen oder in westlichen Buchstaben – ganz nach Wunsch. Lächelnd ging er auch auf alle Wünsche nach speziellen Widmungen ein. Schreibfehler übermalte er ideenreich mit einem Blümchen und machte sein Autogramm damit umso persönlicher. Die Künstlerdose ist, gefüllt mit 700 Gramm Bretzeli, zum Preis von 39 Franken im Fabrikladen zu kaufen. Dort können auch sämtliche bisher erschienenen Spezialausgaben bewundert werden. Trotz «limited Edition» seien noch Dosen vorhanden, wie viele, war allerdings nicht zu erfahren. Gertrud Lehmann >

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