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Für den FC Zürich wirds nun sehr schwer

fussballDer FC Zürich hat in München bei den Bayern 0:2 verloren. Die Schweizer brauchen nun erst recht ein Wunder, um sich für die Champions-League-Gruppenphase zu qualifizieren.

Für den FC Zürich ist die zweite Champions-League-Teilnahme in weite Ferne gerückt. Der Schweizer Qualifikant verlor das Playoff-Hinspiel auswärts gegen Bayern München 0:2 und war mit der Höhe der Niederlage selbst bei wohlwollender Betrachtung gut bedient. Bastian Schweinsteiger (8.) und Arjen Robben (72.) bezwangen als einzige Akteure den guten FCZ-Goalie Johnny Leoni, der einige Male beherzt eingriff. Bei den Gegentreffern war er aber nicht ganz von jeder Schuld freizusprechen. Die Flanke vor dem 0:1 wäre bei optimalem Stellungsspiel zu fangen gewesen, bei Robbens Schlenzer war der Keeper etwas zu weit vor dem Tor postiert. Leoni bewahrte den FCZ indes mehrfach vor der drohenden Kanterniederlage. Physisch unterlegen Angst hätten sie nicht, zu viel Respekt wollten sich auch nicht zeigen, sagte Trainer Fischer vor einem der Highlights der Vereinsgeschichte. Der FCZ wollte sich in der ausverkauften Allianz-Arena eine solide Ausgangslage für das Rückspiel vom kommenden Dienstag erarbeiten. Aber er musste schnell erkennen, dass ihm der Gegner klar überlegen, schneller und physisch stärker war. Das Glück des Aussenseiter war es, dass die Bayern ihre Dominanz nicht zum ersten Mal in diesem Sommer nicht ausnützten. Der Weg in den Champions-League-Final im eigenen Stadion (am 19. Mai 2012), den sich Präsident Uli Hoeness so sehr wünscht, ist in der gestrigen Verfassung noch weit und steinig. Das brauchte den FCZ aber nicht zu interessieren. Er konnte damit zufrieden sein, in München mit einem blauen Auge davongekommen zu sein. Und er hätte im übertragenen Sinn genauso gut eine schallende Ohrfeige kassieren können. Dusan Djuric etwa klärte in der 83. Minute auf der Torlinie. Es hätte dem FCZ jegliche Hoffnung genommen, im Rückspiel mit einer Parforce-Leistung den Bayern den 14. Einzug in die Champions League vielleicht doch noch zu vermiesen. Münchens Auftakt nach Mass Als Schweinsteiger nach acht Minuten per Kopf das 1:0 erzielte, ging der Grossteil der 66 000 Zuschauer von einem lockeren Sieg der Bayern aus. Schweinsteiger nützte vor seinem achten Europacup-Tor aus, dass Marco Schönbächler Arjen Robben von der ungewohnten linken Seite flanken liess, Mathieu Beda unglücklich ablenkte und Silvan Aegerter zu wenig energisch eingreifen konnte. Die nicht zu überhörenden Pfiffe gegen die Bayern zur Pause zeigten auf, dass auch beim deutschen Spitzenklub noch längst nicht alles nach Wunsch läuft. Man wurde den Eindruck nicht los, als sei der Bundesliga-Dritte der Vorsaison jederzeit fähig, einen Gang höherzuschalten. Wieso dies aber nicht geschah, war doch erstaunlich. Dass zur Pause das Verhältnis guter Torchancen 2:2 betrug, spiegelte den Spielverlauf nicht ganz korrekt. Während 64 Prozent der Zeit waren die Bayern im Ballbesitz, sie kontrollierten das Tempo nach Belieben. Die Angriffsaktionen des FCZ versandeten oftmals schon kurz nach der Mittellinie. Gegen die solide Münchner Defensive fand der Schweizer «Underdog» sprichwörtlich selten einen Weg. Die Tendenz des bisherigen Saisonverlaufs der Bayern, dass ihre Defensive wesentlich besser steht als noch im letzten Jahr, zeigte sich auch gegen Zürich. Er habe die Offensive vielleicht ein wenig vernachlässigt, gab Trainer Jupp Heynckes im Vorfeld der Partie zu. Es war nicht zu übersehen, und gleichwohl erstaunte die Tatsache, dass die am prominentesten besetzte Offensivabteilung der Bundesliga noch nicht in Fahrt ist – zum Glück für den überforderten FCZ. Weit von Coup entfernt Die grössten Aufreger aus Schweizer Sicht waren ein Kopfball von Amine Chermiti (5.), der einige wenige Male steil lanciert werden konnte, und ein Freistoss von Ricardo Rodriguez (45.). Dies führte dazu, dass auch der dritte Schweizer Europacup-Gegner der Bayern nach Basel (0:3 in der letzten Saison) und Neuchâtel Xamax (0:2 im Meistercup 1987/88) in München ohne Torerfolg blieb. Und von einem Exploit wie vor zwei Jahren gegen die AC Milan durfte der FCZ angesichts des sehr einseitigen Spielverlaufs nicht einmal ansatzweise träumen. Denn er war in der zweiten Halbzeit offensiv völlig wirkungslos geblieben. Stefan Baumgartner, München>

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