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Fremdartige Saitenklänge

thunZu traditioneller und neuer Musik aus China lud das Thuner Rathaus um 4 ein. Ein Konzert fremdartiger Klänge voller Eleganz und Perfektion.

Mit viel Charme und enormem Engagement eröffnete das Trio San Chuan mit Yun shi, was auf Deutsch «sich auflösende Wolken» bedeutet, das fremdartige Konzert um 4 im Thuner Rathaus. In eleganter Haltung entlockten die drei Damen ihren Zhengs, den 21-saitigen chinesischen Zupfinstrumenten, mit scheinbarer Leichtigkeit die ersten Klangbilder. Sie hörten sich an wie sprudelndes Quellwasser, das stetig wiederholend über Steine hüpft. Kraftvoller und taktgeprägter verknüpften sie bei den «Wilden Gebirgsschafen» tänzerisch wirbelnde Elemente mit solistischen Formen. Tu Weigang, der als Solist auftrat, ist Meister auf der Pipa, der birnenförmigen Laute. Es soll ausserordentlich schwer sein, dieses Instrument zu spielen, und Jahre dauern, eine passable Technik zu erreichen. Mit den enormen Schwingungen der autonomen Klänge entführte er das Publikum in eine andere Welt. Es wurde mucksmäuschenstill im Raum, und der Solist verblüffte mit einem Klangwirbel, der dem Flügelschlag eines Kolibris gleichkam. Dohlen im Wasser Es muss ein sehr guter Freund gewesen sein, dem Lin Chen, ein weiterer Solist, auf dem Guqin seine Erinnerungen widmete. Er entlockte dem Instrument, das als das hochmütigste der chinesischen Zupfinstrumente gilt, hauchzarte Klanggebilde, die gute Gedanken und Träume weckten. Chen Qijun, der dritte Solist, liess auf dem Zheng die «Dohlen im Wasserspielen» und intonierte «Lady Liu Qing». Der helle Klang der Hauptmelodie vereinte er mit harmonischer Begleitstimme und brachte damit seine Verbundenheit mit dem Instrument und sein Können zum Ausdruck. Ein meisterhaftes Feuerwerk an virtuosen Variationen entlockte Wang Yayu, die vierte Solistin, der Pipa. Ihre zarten Finger tanzten in atemberaubender Geschwindigkeit über die Saiten. Während eine Hand die Melodien sprudeln liess, schlug die andere die Akkorde an. Beendet wurde das bemerkenswerte Konzert, wie es begonnen hatte, mit dem Können und dem Liebreiz des Trios San Chuan. Verena Holzer>

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