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Freier droht die Verwahrung

Ein Schweizer soll 2008 eine Prostituierte erstochen haben. Die Anklage fordert 20 Jahre Haft und lebenslange Verwahrung.

Dem wegen Vergewaltigung und Gewaltdelikten mehrfach vorbestraften Mann wird vorgeworfen, in der Nacht auf den 27.August 2008 in seiner Wohnung im thurgauischen Märstetten eine 30-jährige thailändische Sexarbeiterin mit einem Messer umgebracht zu haben. Die Tote soll er dann in einen Koffer gepackt, mit dem Töffli in einen Wald transportiert und einen Abhang hinuntergeworfen haben. Die Leiche wurde trotz intensiver Suche erst einen Monat nach dem Verschwinden der Frau in einem Wald bei Märstetten gefunden. Laut Anklage soll der Mann ausserdem seine frühere Lebenspartnerin, mit der er eine Tochter hat, mehrmals sexuell missbraucht haben. Wegen vorsätzlicher Tötung und mehrfacher qualifizierter sexueller Nötigung fordert die Anklage eine Freiheitsstrafe von 20 Jahren. Nach dem Verbüssen der Strafe soll der Mann lebenslänglich verwahrt werden. Es wäre das erste Mal seit der Annahme der Verwahrungs-Initiative, dass ein Gericht in der Schweiz eine solche, nicht überprüfbare Verwahrung aussprechen würde. Der Verteidiger des Angeklagten lehnt dies ab. Falls das Gericht zu einem Schuldspruch komme, solle es eine gewöhnliche Verwahrung aussprechen, sagte er vor Gericht. Diese müsste alle zwei Jahre überprüft werden. «Niemand weiss heute, was der Angeklagte nach der Verbüssung der Strafe für ein Mensch ist», sagte sein Verteidiger. Angeklagter bestreitet Tat Der Angeklagte streitet die Tat ab. Er könne die Frau gar nicht getötet haben, sagte er gestern vor dem Bezirksgericht Weinfelden. Diese sei erst ums Leben gekommen, als er bereits in Haft war. Zur fraglichen Zeit sei er auf einer Beizentour gewesen. Er habe die Prostituierte nicht bestellt. Den inzwischen verstorbenen Chauffeur, der kurz nach der Tat aussagte, er habe dem Angeklagten die Prostituierte in der Tatnacht vor seiner Wohnung übergeben, habe er noch nie gesehen. Wie DNA-Spuren der Getöteten auf seinen Penis und in seine Wohnung gekommen seien, wisse er nicht. «Das sind ominöse Spuren», antwortete er auf die entsprechende Frage. Auch die sexuelle Gewalt gegenüber seiner früheren Lebensgefährtin bestritt der Angeklagte. sda >

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