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Strasse für einen «stolzen Preis»

Nach sechsjähriger Bauzeit konnte das traditionelle Band zur Eröffnung der 5,3 Kilometer langen Umfahrungsstrasse Bulle–La Tour-de-Trême (H189) durchschnitten werden. Viel Prominenz kam zu dieser Feier.

Grosser Jubel: Die Umfahrungsstrasse wurde feierlich eröffnet.
Grosser Jubel: Die Umfahrungsstrasse wurde feierlich eröffnet.
Vincent Murith/Lib

Die positiven Auswirkungen der H189 auf die Stadt Bulle und das ganze Greyerzerland standen gestern im Mittelpunkt der Reden. Der neue Stadtpräsident von Bulle, Yves Menoud, sprach dabei gar von einem neuen Bulle ohne Staus, dafür mit einem öffentlichen Verkehrsnetz. «Es wird immer angenehmer, in Bulle zu leben», betonte er.

40-jährige Vorgeschichte

Aber ganz verdrängt wurde die Leidensgeschichte dieser Umfahrungsstrasse nicht. Der kantonale Baudirektor Georges Godel erinnerte daran, dass die ersten Diskussionen schon vor 40 Jahren stattgefunden haben. Acht Staatsräte hatten sich um dieses Dossier gekümmert, bis er gestern das traditionelle Band zur Eröffnung der H189 durchschneiden konnte.

Er wich aber auch dem Kostenthema nicht aus. «Der Staatsrat bedauert es, dass er nicht von Anfang an in der Lage war, die Freiburger Bevölkerung über die Kosten zu informieren», meinte er zur Kreditüberschreitung von 78,5 Millionen Franken. Statt der geplanten 215 Millionen kostet die Strasse 304 Millionen Franken. «Das Geld, das in die H189 investiert wurde, entspricht aber dem wahren Wert des Bauwerks. Wir werden bald alle von der Bedeutung dieser Strasse für den Kanton überzeugt sein. Sie hat ihren Preis, aber sie ist diesen Preis wert», hielt Godel fest.

Dies konnte Rudolf Dieterle, Direktor des Bundesamtes für Strassen, bestätigen. Nach seinen Worten kostet ein Kilometer H189 fast 55 Millionen Franken. «Das ist ein stolzer Preis. Er entspricht aber vergleichbaren Strassenprojekten mit ähnlichem Standard», hielt er fest und erinnerte daran, dass der Bund 69 Prozent der Kosten übernimmt.

Georges Godel wies auf die neuen Sicherheitsbestimmungen hin, welche die Schweiz nach den Katastrophen im Montblanc- (1999) und Gotthardtunnel (2001) eingeführt hat und die auch zur Kreditüberschreitung beigetragen haben.

Ganze Region profitiert

Die Greyerzer Metropole wird durch die Umfahrungsstrasse an Lebensqualität gewinnen. Vorbei sind die kilometerlangen Staus zu den Stosszeiten. Zwei Buslinien mit insgesamt 35 Haltestellen werden ebenfalls dazu beitragen, dass der Privatverkehr vom Städtchen verdrängt wird und dieses lebenswerter wird. Aber auch die Skistationen haben lange auf diese Umfahrungsstrasse gewartet.

Touristen mussten oft eine halbe Stunde einrechnen, um Bulle zu passieren. Jetzt werden es noch fünf Minuten sein. Laut Georges Godel kam auch der Umweltschutz nicht zu kurz. 40 Prozent sind untertunnelt. «Originell, kühn und ein gelungener Mix von Holz und Beton», charakterisierte Georges Godel das «Kunstwerk» weiter. «Die H189 ist eine neue Visitenkarte für das Greyerzerland», meinte er, bevor er die neue Strasse der Greyerzer Bevölkerung übergab.

Diese muss sich noch etwas gedulden, bis die Strasse endgültig dem Verkehr übergeben wird. Heute findet auf der Strasse ein Volksfest statt. Die Strasse gehört den Fussgängern und Velofahrern. Morgen Sonntag um 20 Uhr wird dann das erste Fahrzeug auf der H189 verkehren können. Es wird nicht irgendein Auto sein, sondern ein Bus der neuen städtischen Verkehrsbetriebe «Mobul».

bz/az/hus

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