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«Polizeiaffäre» wird nochmals aufgerollt

Der zuständige Untersuchungsrichter muss im Fall der «Polizeiaffäre» bereits zum dritten Mal über die Bücher.

Weit über ein Jahr ist es her, seit zwei Kantonspolizisten einen hohen Polizeibeamten spätnachts kontrolliert und nach Hause gefahren haben. Der Offizier soll übermüdet gewesen sein, auf einen Alkoholtest wurde verzichtet. Untersuchungsrichter Jean-Luc Mooser hat bereits zwei Ermittlungen in dem Fall hinter sich, jetzt muss er ein drittes Mal ran. Ein Rekurs der Staatsanwaltschaft gegen sein Nichteintreten wurde vom Freiburger Kantonsgericht gutgeheissen. Der Untersuchungsrichter muss seine Ermittlungen nun ergänzen.

Wichtige Elemente seien nicht genügend beachtet worden, heisst es im Entscheid. Zentral sei eine Gegenüberstellung eines Polizisten mit einem Informanten, der ihm gemeldet habe, dass der hohe Polizeibeamte um vier Uhr nachts die Garage verlasse. Die beiden machten unterschiedliche Aussagen.

Nach Meinung der Staatsanwaltschaft hätten diese Widersprüche ausgeräumt werden müssen. Das Kantonsgericht bestätigt dies: «Die Kammer kann sich nicht erklären, wieso der Untersuchungsrichter ohne triftigen Grund auf diese Gegenüberstellung verzichtet hat.» Jean-Luc Mooser hatte die Gegenüberstellung angekündigt, aber später keinen Grund mehr gesehen, die beiden zu konfrontieren, da das Gespräch nicht in direktem Zusammenhang mit den fraglichen Ordnungswidrigkeiten gestanden sei.

Weiter müssten der Inhalt des Telefongesprächs an sich überprüft werden, der Müdigkeitszustand des Kadermitglieds und die SMS, die einer der kontrollierenden Polizisten an seinen Vater geschrieben hat («Wir haben X angehalten Er war völlig besoffen»). Laut Untersuchung war diese Nachricht rein hypothetischer Natur. «Seine Erklärungen, warum er die SMS geschickt habe, sind erstaunlich», heisst es in der Urteilsbegründung. Auch die im Allgemeinen «wenig überzeugenden Aussagen der Protagonisten» machen die Richter stutzig.

Mooser nimmt den Entscheid zur Kenntnis: «Das Kantonsgericht hat den Fall anders bewertet als ich. Jetzt werden wir die Untersuchung eben um die genannten Punkte ergänzen.» Die involvierten Polizisten können vor Bundesgericht noch gegen den Entscheid rekurrieren.

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