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Glückliche Kids in alten Boliden

Gemeinsam mit ihren Familien haben sich fünfzehn Patienten der Kinderonkologie des Inselspitals Bern in Schwarzsee vom Klinikalltag erholt. Eine Oldtimerausfahrt bildete den Ferienwochen-Schlusspunkt.

Die Familien konnten in der Ferienwoche mit der Ausfahrt im Oldtimer etwas durchatmen.
Die Familien konnten in der Ferienwoche mit der Ausfahrt im Oldtimer etwas durchatmen.
Aldo Ellena/FN

Dank Sonnenschein und heissen Temperaturen herrscht echtes Sommerfeeling in Schwarzsee. Auf einem Steg direkt am Seeufer haben es sich gerade zwei Stand-up-Paddler in Sonnenliegen gemütlich gemacht, da braust mit knatterndem Motor ein Oldtimer nach dem anderen heran. Unter den neugierigen Blicken der Paddler reihen sich rund vierzig schmucke Automobile Stossstange an Stossstange entlang des Seeufers ein. Innert wenigen Augenblicken bilden sich grosse Menschentrauben um die auf Hochglanz polierten Boliden. Viele der leuchtenden Augenpaare gehören Patienten der Kinderonkologie des Inselspitals Bern.

«Ein Herzblut-Projekt»

Im Rahmen des Kinderkrebsprojekts «Arche-Ferien» haben in der vergangenen Woche fünfzehn kleine und grosse Patienten gemeinsam mit ihren Eltern und Geschwistern eine Ferienwoche in Schwarzsee verbracht. Seit 1991 sind die durch einen Fonds finanzierten «Arche-Ferien» ein fester Bestandteil der Kinderonkologie (siehe Kasten). Die Oldtimerausfahrt in der Region stellt den originellen Schlusspunkt der diesjährigen Ferienwoche dar.

«Also ich weiss ja schon, in welchem Auto ich mitfahren will», meint ein Teenager und verewigt einen weissen Maserati auf seinem Handy. Ein Mädchen kann sich hingegen noch nicht entscheiden: «Ich glaube, es gibt kein Auto, dass mir nicht gefällt.» In der Tat ist die Auswahl an fahrenden Schmuckstücken riesig: Lieber im kleinen, wendigen 53er Fiat Topolino Platz nehmen oder doch eher im edlen Rolls-Royce Wraith mit Baujahr 1993?

Während sich die Familien ihre Plätze sichern und mit den Fahrern ins Gespräch kommen, wuselt Christina Brauckhoff durch die Autokolonnen. Sie ist die Initiantin der Ausfahrt. «Für mich ist das ein echtes Herzblutprojekt», erklärt sie, während sie für die letzten Instruktionen von einem Oldtimer zum anderen eilt.

Geld ist am richtigen Ort

Seit drei Jahren organisiert Christina Brauckhoff besondere Motorradevents, um für die Arche-Kinder Spendengelder zu sammeln. Mit der Organisation einer Oldtimerausfahrt betritt sie Neuland. «Durch die Unterstützung der Oldtimerfahrer könnte daraus aber ein wiederkehrendes Event werden», sagt die Frau, die ihre Mutter vor wenigen Jahren an Krebs verloren hat. Diese Erfahrung habe sie für die Thematik besonders sensibilisiert, sagt sie. «Ich kann den Krebs zwar nicht wegbeamen, aber ich kann den Kids mit meinen Events etwas Gutes tun.»

Über 12'000 Franken konnte sie bereits an das regionale Kinderkrebsprojekt «Arche-Ferien» übergeben. In Rüeggisberg, dem Ziel der Ausfahrt, werden weitere 2600 Franken dazukommen. «Ich weiss, dass das Geld dort ankommt, wo es gebraucht wird», sagt die regelmässige Besucherin der Abteilung: «Die ‹Arche› ist irgendwie auch ein Teil von mir geworden. Es ist schön, wenn ich mit den Events andere Menschen dafür begeistern kann.»

FN/mz

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