Fische in Teilen der Saane mit krebserregendem PCB verseucht

Der Kanton Freiburg macht sich grosse Sorgen um die Fische in der Saane und im Pérollessee.

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Sie weisen einen Gehalt an dioxinähnlichem PCB auf, der klar über dem Schweizer Grenzwert liegt.

Bei einigen Fischen überstieg die Konzentration an polychlorierten Biphenylen (PCB) gar den Höchstwert von früheren Messungen, wie der Kanton Freiburg am Freitag mitteilte. Die Messergebnisse rechtfertigten somit das Fischereiverbot für die entsprechenden Abschnitte.

Die Experten untersuchten einerseits Alet- und Forellenexemplare, die zwischen Mai und Juli unterhalb der ehemaligen Kehrichtdeponie La Pila in der Saane gefischt worden waren. Zum ersten Mal wurden ausserdem Fischproben aus dem Pérollessee am Fusse der Stadt Freiburg entnommen.

Weitere Abklärungen im Gange

Der hohe PCB-Gehalt, den die Fische 2010 aufwiesen, sei besorgniserregend, heisst es in der Mitteilung weiter. Der Kanton klärt ab, ob in letzter Zeit bedeutende PCB-Mengen in die Umwelt gelangt sind.

Als Ursache für die hohe Konzentration an PCB in Fischen gilt die ehemalige Deponie La Pila in Hautrive unweit von Freiburg. In diesem Sektor schätzen Experten die PCB-Gesamtmenge auf 20 Tonnen. Derzeit sind Abklärungen im Gang, um sekundäre Verschmutzungsquellen ausschliessen zu können.

Der Kanton Freiburg will 2011 die Sanierung der ehemaligen Deponie vorbereiten. Dadurch soll weniger PCB in die Gewässer gelangen.

PCB sind krebserregende Chlorverbindungen, die wegen ihrer isolierenden Eigenschaften und chemischen Stabilität früher in der Industrie breite Verwendung fanden. Seit 1986 sind sie in der Schweiz verboten.

vh/sda

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