Drei Petitionen aus drei Ortsteilen

Murten

Bürger der Murtener Ortsteile Jeuss, Salvenach und Courlevon protestieren gegen «ungerechte» Abwassergebühren.

2016 fusionierte die selbständige Gemeinde Jeuss mit der Stadt Murten.

2016 fusionierte die selbständige Gemeinde Jeuss mit der Stadt Murten.

(Bild: Google Streetview)

Anfang 2016 schlossen sich vier Gemeinden Murten an: Jeuss, Salvenach, Lurtigen und Courlevon. Damit ging ein neues Abwasserentsorgungsreglement einher, welches der Murtner Generalrat im Oktober 2018 nahezu diskussionslos genehmigte.

Doch nun wird Widerstand in drei Ortsteilen laut: 230 Jeusser haben eine Petition unterschrieben, welche die Grundgebühr für Abwasser als zu hoch und ungerecht kritisiert.

Das Abwasser- wie auch das Trinkwasserreglement benachteilige die Ortsteile, im Speziellen die ehemalige Gemeinde Jeuss, heisst es in der Petition. Beim Abwasser sei die Grundgebühr in Jeuss im Schnitt doppelt so hoch wie in Murten.

Die Petition aus Jeuss gelangte Anfang Mai an den Gemeinderat Murten. Darauf folgten eine weitere Petition aus Salvenach mit 232 Unterschriften und eine aus Courlevon mit 100 Unterschriften. Die Forderung: gerechtere und tiefere Abwasserentsorgungsgebühren.

Berechnung nach Zone

Der Jeusser Alain Wasserfallen vom Initiativkomitee sagt: «Bei der Berechnung der Grundgebühr muss berücksichtigt werden, dass die Grundstückflächen in den ländlichen Dorfteilen wesentlich grösser sind als im Ortsteil Murten.»

Zudem führe die Berechnung basierend auf der jeweiligen Zone, in der sich das Grundstück befindet, zu Ungleichbehandlung, ergänzt der Jeusser Emilio Stornaiuolo vom Initiativkomitee. Der Schweizer Preisüberwacher rate klar von einem flächen- und zonengewichteten Reglement ab.

Zur Berechnung anhand der Zone sagt Ursula Schneider Schüttel, Vizestadtpräsidentin von Murten: «Ein wichtiger Grundsatz bei den Grundgebühren ist, dass nicht berücksichtigt wird, was auf dem Grundstück gebaut wurde, sondern was gebaut werden könnte.»

Zudem seien die Parzellen «im Durchschnitt nicht viel grösser». Dem Umstand von unterschiedlich grossen Flächen sei insofern Rechnung getragen worden, sagt Vizestadtpräsidentin Schneider Schüttel, «als ausserhalb der Bauzone eine maximale Fläche von 1000 Quadratmeter pro angeschlossenes Gebäude verrechnet wird».

emu

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