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Die grosse Liebe umgebracht

Ein heute 42-Jähriger hat Ende 2006 seine Geliebte umgebracht. Das Kantonsgericht entschied sich für eine Strafreduktion.

Auf offener Strasse hatte der Angeklagte die Frau, die er eigentlich geliebt hat, getötet. Mitten in Vuisternens-devant-Romont, mit 26 Messerstichen. Dies, weil sie die Beziehung beendet hatte und zu ihrem Ehemann zurückgekehrt war (oder zu einem weiteren Liebhaber, wie der Angeklagte behauptete). Nach den tödlichen Stichen war er seelenruhig ins nahe Café gegangen und hatte ein Bier bestellt. Der Angeschuldigte hat den Tatverlauf nie bestritten.

Bloss mit dem Strafmass von 18 Jahren wollte sich der Marokkaner nicht zufrieden geben. Sein Verteidiger sah beim Angeklagten eine mittelschwere Verminderung der Schuldfähigkeit und forderte eine Strafe von 6 Jahren oder eine nach dem Ermessen des Kantonsgerichts reduzierte Strafe. Schwere psychische Probleme habe sein Mandant, erklärte der Verteidiger: «Das Gericht des Glanebezirks hat das kaum berücksichtigt.» Zudem sei er zur Tatzeit ziemlich angetrunken gewesen.

Argumente, die der Vertreter der Staatsanwaltschaft nicht gelten liess: «Der Angeklagte hatte diese Probleme seit langem, insbesondere konnte er es nicht ertragen, von einer Frau verlassen zu werden. Wieso hat er keine Hilfe gesucht?» Sein Alkoholspiegel zur Tatzeit sei mit 0,8 Promille auch nicht entscheidend hoch gewesen.

Das Kantonsgericht folgte weitgehend der Argumentation der Vorinstanz und der Staatsanwaltschaft. «Eine leicht verminderte Schuldfähigkeit ist da», meinte der Gerichtspräsident, «aber es bleibt Mord.» Im Gegensatz zur Vorinstanz ging das Kantonsgericht von einer Höchststrafe von 20 Jahren, nicht lebenslänglich, aus. Die um 25 Prozent verminderte Schuldfähigkeit ergab schliesslich 15 Jahre Haft.

Der Angeklagte selber sprach vor Gericht zum ersten Mal sein Bedauern über die Tat aus und entschuldigte sich bei der Familie des Opfers.

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