Hunderte Bäume wegen Käfer gefällt

Brünisried

Auf Anordnung des kantonalen Pflanzenschutzdienstes haben Forstarbeiter in Brünisried 300 Laubbäume gefällt. Das war nötig, weil der schädliche asiatische Laubholzbockkäfer immer wieder auftaucht.

Der Asiatische Laubholzbockkäfer wird bis zu vier Zentimeter lang. Die Käfer, hier ein Männchen, befallen gesunde Laubbäume und können sie innert weniger Jahre zum Absterben bringen.

Der Asiatische Laubholzbockkäfer wird bis zu vier Zentimeter lang. Die Käfer, hier ein Männchen, befallen gesunde Laubbäume und können sie innert weniger Jahre zum Absterben bringen.

(Bild: zvg/Beat Forster WSL)

«Die Situation ist kritischer, als wir vermuteten», sagt André Chassot vom kantonalen Pflanzenschutzdienst. Thema ist der schädliche asiatische Laubholzbockkäfer – im September wurden der Käfer und Larven davon erneut in Brünisried gefunden, nachdem er dort vor knapp drei Jahren zum ersten Mal überhaupt in der Schweiz gesichtet worden war.

Der Pflanzenschutzdienst plante im Herbst noch, präventiv lediglich 30 Bäume zu fällen, diese zu untersuchen und aufgrund der Resultate möglicherweise weitere Bäume zu fällen. Doch nun waren drastischere Massnahmen notwendig: Forstarbeiter holzten in den vergangenen Wochen in Brünisried 300 Bäume und Sträucher ab, die letzten sind in diesen Tagen an der Reihe. «Die Wahrscheinlichkeit, dass weitere Bäume befallen sind, war gross», begründet Chassot.

Ausbreitung unklar

«Wir wissen nicht genau, wo und wann alles begonnen hat», sagt André Chassot. Der Pflanzenschutzdienst sei zuerst davon ausgegangen, dass sich der Käfer ausschliesslich im Dorfzentrum von Brünisried verbreitet habe, doch jetzt sei dies nicht mehr sicher. Deshalb wurden alle Bäume der sechs häufigsten Wirtsbaumarten, die sich im Umkreis von 100 Metern der befallenen Bäume befanden, gefällt. Auch Bäume an natürlichen Grenzen, das heisst an Waldrändern oder Hecken, die sich in einem Umkreis von 500 Metern der befallenen Bäume befanden, wurden umgesägt. «Ohne dieses drastische Vorgehen haben wir keine Chance, den Käfer auszurotten», sagt Chassot. Der Pflanzenschutzdienst will auch kontrollieren, ob es ausserhalb des Dorfzentrums weitere Herde gibt.

Vorgehen nicht umsonst

Mitarbeiter des Amtes für Wald, Wild und Fischerei unter der Leitung von Roger Raemy haben die Bäume gefällt. Sie transportieren sie nun zu Sammelplätzen und untersuchen sie. Die Arbeiten dauern noch bis Ende Februar oder Anfang März. «Es gibt visuelle Kontrollen, und wir setzen Spürhunde ein», sagt Chassot.

Aber bereits jetzt ist klar: Die Rodung war nicht umsonst. Die Arbeiter haben bereits in einigen Bäumen Käfer und Larven gefunden. Erfreulich ist, dass Obstbäume, die zur Kontrolle gefällt wurden, keinen Befall aufweisen. Nach den Untersuchungen werden die Bäume vor Ort gehäckselt und in der Fernheizzentrale in Plaffeien verbrannt. «Selbst wenn wir eine Larve verpasst haben, sind wir so sicher, dass sich der Käfer nicht ausbreitet», sagt Chassot.

Freiburger Nachrichten

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