Genug Lebensraum für Mensch und Biber

Freiburg

200 Jahre lang galt der Biber in der Schweiz als ausgerottet. In den letzten Jahren hat er sich in diesen Breiten wieder häuslich eingerichtet. So sehr, dass die Konflikte zwischen dem Nagetier und den Menschen zunehmen.

Ein Biberbau: Nachdem sie lange ausgestorben waren, sind die Biber zurück in der Schweiz. Das sorgt aber auch für Konflikte.

Ein Biberbau: Nachdem sie lange ausgestorben waren, sind die Biber zurück in der Schweiz. Das sorgt aber auch für Konflikte.

(Bild: Charles Ellena)

Der Biber ist über 200 Jahre nach seiner Ausrottung wieder da. Und seine Zahl nimmt zu. Während vor 10 Jahren erst 350 Tiere in den Schweizer Gewässern lebten, gehen die Verantwortlichen dieses Jahr von einer Gesamtpopulation von rund 2000 Tieren aus.

Laut der Biberverantwortlichen beim Bundesamt für Umwelt (Bafu), Caroline Nienhuis, steigt mit der Zunahme der Zahl und der Ausbreitung auch das Konfliktpotenzial. Grund genug, das bestehende Biberkonzept zu überarbeiten und den aktuellen Begebenheiten anzupassen. Die Organisation Pro Natura stellte am Freitag an der Universität Freiburg die kantonalen und die nationalen Bestrebungen anlässlich eines «Bibersymposiums» vor.

«Das Ziel des Biberkonzepts ist eine selbstständig überlebensfähige Biberpopulation und die Minimierung der Konflikte», hielt Nienhuis fest. Dafür werden Massnahmen ergriffen, die zum Ziel haben, dass Mensch und Tier besser aneinander vorbeikommen. Wenn doch etwas passiert, soll der Schaden möglichst gering gehalten werden. Als besonders konfliktreich haben sich die Flächen in unmittelbarer Nähe von künstlichen Wasserläufen erwiesen, so Nienhuis.

Ein Ansatz, den der Bund verfolge, sei die Schaffung eines für den Wildschutz reservierten Raumes an den Ufern und die Revitalisierung von Gewässern. Letzteres käme auch der Vermeidung von Hochwassern entgegen. Ein gutes Auskommen mit dem Biber sei auch zum Nutzen des Menschen, denn das Tier könne die Bemühungen des Menschen zur Revitalisierung von Gewässern tatkräftig unterstützen.

«Wir wollen den Biber»

Der Kanton Freiburg wurde als Beispiel für die Umsetzung des Bibermanagements vorgestellt. Adrian Aebischer vom kantonalen Amt für Wald, Wild und Fischerei, betont: «Wir wollen den Biber.» Die höchste Biberdichte haben die Bezirke See und Broye. Der Kanton Freiburg strebe wo möglich langfristige Lösungen an. Beispielsweise würden zunehmend Übergänge für die Biber gebaut, welche verhindern, dass die Tiere die Strasse überqueren müssen.

Die Konsultation des kantonalen Konzepts ist laut Aebischer so gut wie fertig. Es seien viele Vorschläge eingebracht worden, die nun in die definitive Version des Konzepts integriert werden sollen.

fca/FN

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