Plasselb

Forsthaus im Höllbach bleibt

PlasselbDie alte Forsthütte im Plasselbschlund wird nun doch nicht abgerissen. Ein Initiativkomitee hat mit Erfolg Verhandlungen für den Erhalt und eine alternative Nutzung geführt.

Die geschichtsträchtige Höllbach-Hütte, wie das Forsthaus Hölli im Plasselbschlund auch genannt wird, soll neu genutzt werden.

Die geschichtsträchtige Höllbach-Hütte, wie das Forsthaus Hölli im Plasselbschlund auch genannt wird, soll neu genutzt werden. Bild: Charles Ellena/FN

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Das geschichtsträchtige Forsthaus Hölli im Plasselbschlund – oder Höllbach-Hütte, wie es im Volksmund heisst – sollte abgerissen werden. So hat es das Amt für Wald, Wild und Fischerei des Kantons Freiburg beschlossen. Doch gegen das Vorhaben hat sich in den letzten Monaten Widerstand geregt. Vor allem in der Gemeinde Plasselb und in Forstkreisen ist man sich der historischen Bedeutung des Forsthauses bewusst (siehe Kasten). Es bildete sich das Initiativkomitee «Rettung des Forsthauses Hölli» unter der Leitung von Felix Bürdel, Alt-Ammann von Plasselb. «Uns war klar, dass das Forsthaus erhalten werden muss», erklärt er. Das Gebäude sei eine Erinnerung an die Pionierarbeit, die in diesem Waldgebiet geleistet wurde.

«Unser Ziel ist es, eine neue Nutzung für das Forsthaus zu finden», führt Felix Bürdel aus. Kontakte mit den kantonalen Ämtern verliefen positiv. Noch vor der Gründung des Initiativkomitees wurde der Abbruch des Gebäudes gestoppt.

Neuer Verein im Dezember

«Wir waren uns der forstgeschichtlichen Bedeutung der alten Forsthütte immer bewusst», betont Walter Schwab, Dienstchef des Amtes für Wald, Wild und Fischerei. «Wir wollten die Hütte abreissen, weil der Forst keine Verwendung für das Gebäude mehr gesehen hat.» Angesichts von immer knapperen Budgets sei es nicht möglich, weitere Steuergelder für den Unterhalt einzusetzen. Die Verantwortlichen des Forstkreises hätten lange versucht, Mieter zu finden, ohne Erfolg, sagt Walter Schwab. «Wenn nun eine gute Lösung gefunden wird, sind wir auch froh.»

Nun bereitet das Initiativkomitee die Bildung eines Trägervereins vor. Die Gründung soll bis Mitte Dezember erfolgen. Als Präsident ist Daniel Bürdel, Gemeinderat in Plaffeien, vorgesehen. Noch ist nicht geregelt, wie die Verantwortung für das Forsthaus vom Staat an den neuen Verein übertragen wird. «Möglich wäre ein langfristiger Baurechtsvertrag», sagt Daniel Bürdel. Ein Vertreter des Forstkreises wird im Vorstand des Vereins mitarbeiten.

Ideen für neue Nutzungen

Bereits gibt es Ideen für die künftige Nutzung: Austragungsort für Waldschulwochen, Forstmuseum, Informationsstelle für Geologie oder Pilzkunde, Ausgangsort für Wanderungen, Kletter- und Schneeschuhtouren sowie andere Sportaktivitäten. Gut vorstellbar ist auch, dass die Hütte an Vereine, Firmen und Schulen vermietet wird, dass Konzerte und Lesungen stattfinden. «Wir sind offen für alle Ideen aus der Bevölkerung», sagt Daniel Bürdel.

Erste Tätigkeit des neuen Vereins wird die Suche nach Geld sein, denn Forsthütte und Zufahrt müssen saniert werden. Das Initiativkomitee schätzt die nötigen Investitionen auf mehrere Hunderttausend Franken. (Freiburger Nachrichten)

Erstellt: 04.11.2011, 07:27 Uhr

Geschichte

Das Forsthaus Hölli wurde 1941 gebaut. Das früher stark bewaldete Gebiet im Plasselbschlund war vor allem im 19.Jahrhundert mit der Industrialisierung gerodet worden. In der Folge kam es zu Erosionsschäden: Bei Gewittern wurden die Wasserläufe im steilen Gebiet zu reissenden Flüssen, die für Verwüstungen sorgten. In einem Wiederaufforstungs- und Stabilisierungsprojekt bauten Forstarbeiter in Handarbeit Entwässerungsgräben, Zufahrtswege und pflanzten neuen Wald. Die Woche über lebten sie im Forsthaus Hölli. Bis Mitte der 1960er-Jahre war es ein viel benutzter Stützpunkt für die forstlichen Arbeiten. Mit zunehmender Motorisierung fuhren die Arbeiter abends nach Hause. Für den Forstbetrieb wurde die Hütte immer weniger benützt, aber für Feste. 2006 senkte sich das Fundament ab, weil der Hang in Bewegung geraten war.

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