Eine Antenne – fast siebzig Einsprachen

Jeuss

Die Swisscom AG will ihre Mobilfunkantenne in Jeuss ersetzen. Dagegen regt sich im beschaulichen Dorf heftiger Widerstand.

Jeuss hat 472 Einwohner und seit 18 Jahren eine Mobilfunkantenne. Dass die Swisscom nun am gleichen Ort mitten im Dorf eine neue frei stehende Antenne aufstellen will, passt vielen Bewohnern nicht: Gegen das Baugesuch seien 68 Einsprachen eingegangen, sagt Willy Marti, Vize-Ammann von Jeuss. Mehr als 120 Bürger hätten die Einsprachen unterzeichnet.

Allen voran die Anwältin Daniela Bösch Würgler. Obwohl für sie gesundheitliche Bedenken ebenfalls wichtig seien, wie Bösch Würgler sagt, müsse baurechtlich argumentiert werden. «Denn die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte werden von der Sendeanlage eingehalten», sagt die Beschwerdeführerin. Sie sei im Übrigen nicht gegen Handys, wofür Antennen natürlich nötig seien, sagt die Anwältin und fügt an: «Aber die Antenne gehört nicht an diesen Ort.» Bösch Würgler beruft sich in ihrer Einsprache auf das Baureglement von Jeuss. Demnach seien in der Dorfzone Antennen und Parabolantennen auf Dächern verboten. Auch widerspreche es dem raumplanerischen Ziel, den Charakter des Dorfbildes zu schützen.

Die bestehende GSM-Antenne müsse die Swisscom durch einen neueren Typ ersetzen, um dem wachsenden Datenvolumen gerecht zu werden, teilt die Medienstelle der Swisscom AG mit. Wegen der Statik könne die neue Antenne nicht wie die alte auf dem Dach der Telefonzentrale befestigt werden. «Der Standort ist für eine optimale Versorgug ideal», so Mediensprecherin Annina Merk.

Der Gemeinderat von Jeuss will die Antennengegner sowie Vertreter der Swisscom AG zu einer Informationsveranstaltung einladen, sagt Willy Marti.

fa/BZ

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