Berufsluft als Coiffeur schnuppern

Guglera

Für die Jugendlichen im Institut St. Josef in der Guglera bei Giffers bietet sich eine weitere Möglichkeit, Berufsluft zu schnuppern. Am Mittwoch wurde ein neues Ausbildungsatelier eröffnet, in dem es sich als Coiffeuse üben lässt.

Das neue Ausbildungsatelier wird von Daniela Schmutz-Lehmann (vorne) geleitet. Beat Fasnacht (stehend) hat das Projekt initiiert, damit Jugendliche im Motivationssemester den Coiffeurberuf näher kennen lernen können.

Das neue Ausbildungsatelier wird von Daniela Schmutz-Lehmann (vorne) geleitet. Beat Fasnacht (stehend) hat das Projekt initiiert, damit Jugendliche im Motivationssemester den Coiffeurberuf näher kennen lernen können.

(Bild: Aldo Ellena/FN)

Die Guglera entwickelt sich immer mehr zum Haus der Berufe. Über 40 Berufsfelder können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Motivationssemesters (Semo) und des Programms für Übergewichtige dort für sich entdecken. Da bei vielen jungen Frauen Berufe wie Coiffeuse oder Kosmetikerin hoch im Kurs sind, hat Beat Fasnacht, Präsident der Stiftung deStarts, in der Guglera nun auch ein modern ausgestattetes Coiffure-Ausbildungsatelier eingerichtet. «Es gibt im Kanton Freiburg sehr wenige Lehrstellen für diesen Beruf», so Fasnacht.

Kreativ sein

Die ausgebildete Coiffeuse Daniela Schmutz-Lehmann wird die 16-Jährigen betreuen, ihnen Theorie vermitteln und sie zum Beispiel an den Puppenköpfen üben lassen. «Ziel ist es, bei den Jugendlichen die Kreativität zu wecken. Sie sollen herausfinden, ob eine Lehre als Coiffeuse für sie in Frage käme oder nicht», sagt die 27-Jährige, die im Salon in der Guglera auch Kunden empfängt.

Die Arbeit im Atelier gleicht einer Schnupperlehre. Auch auf solche Plätze, nicht nur auf Lehrstellen, sind die Schulabgänger angewiesen. «70 Prozent unserer Semo-Teilnehmer haben Migrationshintergrund. Sie haben nur eine Chance auf eine Lehrstelle, wenn sie bei einer Schnupperlehre ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen können», ist Beat Fasnacht überzeugt.

150 ohne Lehrstelle

23 Jugendliche haben am 27. August ihr Motivationssemester begonnen. «Unser Ziel ist, dass sie eine Lehrstelle finden und diese auch behalten können», hält Fasnacht fest. Viele seien beim Eintritt ins Programm noch nicht willig oder fähig, eine Lehre zu absolvieren. «Im Kanton Freiburg sind dieses Jahr 150 Jugendliche ohne Lehrstelle.» Es sei wichtig, die Jugendlichen in einer solchen Situation zu ermutigen. Trotz der angespannten Situation auf dem Stellenmarkt habe man im letzten Semester für erfreulich viele eine Lösung gefunden.

Die UBS-Stiftung für Soziales und Ausbildung hat den Aufbau des Coiffure-Ateliers sowie Änderungen im EDV-Bereich mit 68'000 Franken unterstützt. Das Projekt entspreche genau dem Stiftungszweck, hielt Nadja Diethelm, Leiterin der UBS in Düdingen, anlässlich der Checkübergabe fest. Wie hier arbeitslose Jugendliche unterstützt würden, habe überzeugt.

ak/lp/BZ

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