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Flammen fordern ein Todesopfer

Freitagnacht starb in Adelboden beim Brand einer Weidhütte die Mutter von zwei Jugendlichen. Auch elf Stück Vieh wurden Opfer der Flammen. Das Wasser für die Löscharbeiten musste 250 Meter weiter unten gefasst werden.

Der Alarm ging bei der Feuerwehr Adelboden am Samstagmorgen um 1.14 Uhr ein. In der Folge rückte diese mit 45 Mann, zwei Tanklöschfahrzeugen, Motorspritze und Atemschutz über die steile Anfahrt zum Zuckerweidli (Bonderlen) aus – zu einer Weidhütte, die als Ferienwohnung vermietet wird. «Da wir grundsätzlich nur mit Allradfahrzeugen ausgerüstet sind, stellte die ruppige Zufahrt kein Problem dar», sagt Feuerwehrkommandant Albrecht Müller auf Anfrage: «Hingegen mussten wir das Löschwasser 250 Meter weiter unten in einem Bach fassen gehen.» Von den Kühen geweckt Wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, ist das Feuer durch drei in der Ferienhütte weilende Jugendliche bemerkt worden. Sie waren vom massiven Lärm der Kühe im angebauten Stall aufgeweckt worden. In der Folge schlugen die drei Knaben Alarm. Noch ist nicht klar, wieso die Mutter von zwei dieser drei Jugendlichen das lodernde Feuer nicht bemerkte – jedenfalls wurde sie zunächst vermisst. Trotz des schnellen Eingreifens der örtlichen Feuerwehr, die zudem von 14 Mann der Stützpunktfeuerwehr Frutigen unterstützt wurde, kam für die Frau – eine Lehrerin aus Muri bei Bern – jede Hilfe zu spät. Sie konnte nur noch tot aus dem niedergebrannten Haus geborgen werden. Die drei Jugendlichen mussten in der Folge durch ein Careteam des Kantons Bern betreut werden. Im angebauten Stall wurden fünf Kühe und sechs Kälber ebenfalls tot aufgefunden. Gerade noch rechtzeitig konnten bereits vor Eintreffen der Feuerwehr durch einen benachbarten Feriengast eine Kuh und zwei Kälber gerettet werden. Wenigstens noch Nadia «Eines der Kälber mussten wir dann aber infolge starker Rauchvergiftung und Verbrennungen schlachten lassen», bedauert Christa Hari. Sie und ihr Ehemann Gottfried sind die Eigentümer der Tiere und der fast hundertjährigen Weidhütte: «Erst vor drei Jahren haben wir die Hütte mit viel Herzblut und Liebe renoviert – und jetzt das», sagt Christa Hari traurig. Nebst der Trauer um die verstorbene Mieterin schmerzt die 36-jährige Besitzerin auch der Verlust der elf Tiere enorm: «Wir haben über viele Jahre eine gute und gesunde Stammzucht aufgebaut. Auch diese ist jetzt zerstört.» Das Vieh wurde erst vor zwei Wochen von der Alp zum Zuckerweidli hinunter gebracht. Ein klein wenig Trost in diesem schrecklichen Ereignis gibt es für die Besitzerfamilie: Unter den zwei geretteten Tieren befindet sich Nadia, die Lieblingskuh von Haris acht-, sieben- und zweijährigen kleinen Töchtern. «Nadia ist trächtig und wird im Oktober kalben. Wir und unsere Kinder sind glücklich, dass wir wenigstens sie retten konnten», so Christa Hari. 21 Stunden im Einsatz Die Retablierung der Feuerwehr Adelboden erfolgte erst 21 Stunden nach Alarmeingang, am Samstagabend um 22 Uhr. Feuerwehrkommandant Albrecht Müller, der auch als stellvertretender Kreisfeuerwehrinspektor fungiert: «Wir beliessen aber bis Sonntag früh um 3.30 Uhr noch eine Brandwache beim Zuckerweidli. Nach einer von mir vorgenommenen Schlusskontrolle konnten wir auch diese abziehen.» Spezialisten des Branddezernats der Kantonspolizei Bern haben die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Ohne elektrischen Strom Das Zuckerweidli liegt östlich von Adelboden auf 1440 Metern über Meer, knapp 100 Meter über dem Dorf von Adelboden – unmittelbar vor dem Bergmassiv des Lohners (3049 mü.M.). Die abgebrannte Weidhütte wurde um das Jahr 1920 gebaut, nachdem die erste Hütte von einer Lawine zerstört worden war. Die Hütte bot Platz für zehn Personen, hatte keine elektrischen Anlagen und war mit Holz- und Gasherd ausgerüstet. Die Familie Hari als Vermieter verhängte im ganzen Haus, im Stall und auch in der Scheune ein striktes Rauchverbot.Bruno Petroni>

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