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Findet man genug neue Polizisten?

Stefan Blättler, Kommandant der Kantonspolizei, macht hinter die Umsetzbarkeit der Sicherheitsinitiative ein Fragezeichen.

Kein Wort gebrauchte Alexander Tschäppät gestern öfter als das Adjektiv «sachlich». Es sei höchste Zeit, dass die Sicherheitsdiskussion versachlicht werde, es brauche sachliche Infos und «eine gewisse Sachlichkeit», referierte der Berner Stadtpräsident vor den Medien im Erlacherhof – und redete sich so gleich ob der Kampagne der Befürworter der Sicherheitsinitiative ziemlich in Rage: Er rege sich auf, dass die Initianten mit überfallenen Kioskbesitzerinnen die Stimmung aufheizten: «Ich könnte 100 Kioskbetreiber präsentieren, die nie überfallen wurden – doch das wäre kein Beweis dafür, dass Bern sicher ist.» Kaum Zahlen und Fakten Zwecks Versachlichung der Diskussion habe er Stefan Blätter, Kommandant der Kantonspolizei, zur Medienorientierung eingeladen, sagte Tschäppät: «Er kann Fragen zur Sache am besten beantworten.» Blättler sagte denn auch, er wolle «objektivieren, was zu objektivieren ist» – und sich keinesfalls in die politische Debatte einmischen. Fakt sei, dass die Kantonspolizei «klar» zu wenig Leute habe. «Ich begrüsse deshalb alle Vorstösse für mehr Polizei. Wie viel es braucht, muss die Stadt aber selber sagen.» Auch wenn Blättler sodann kaum objektive Aussagen im Sinne von Zahlen und Fakten lieferte, eine wichtige Aussage machte er doch: Den Gegenvorschlag mit 14 zusätzlichen Polizisten verteilt auf zwei Jahre bezeichnete er als umsetzbar. Hinter die Initiative aber setzte er diesbezüglich ein Fragezeichen: Die Rekrutierung von 40 zusätzlichen Polizisten könne ein Problem werden. Dies, weil bereits 80 bis 100 Polizisten pro Jahr rekrutiert werden müssten, um den Bestand zu halten, und nun der Regierungsrat zwischen 2012 und 2016 bei der Kantonspolizei 139 neue Stellen schaffen will. Er könne nicht sagen, wie lange es dauern würde, der Stadt 40 zusätzliche Polizisten zu «liefern»: Das hänge davon ab, was der Arbeitsmarkt in den nächsten Jahren hergibt. Blätter dämpfte des Weiteren allzu grosse Hoffnungen: Mehr Polizeipräsenz könne zwar die Sicherheit erhöhen, dies bedeute aber nicht automatisch einen Rückgang der Straftaten. Im Übrigen sei Bern «objektiv betrachtet» eine sichere Stadt. Probleme bereite, dass die Brutalität bei Gewaltdelikten zugenommen habe. azu>

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